ANKE FIEBRANZ
ELSTAL Der Name für das neugeborene Wildpferd stand am Morgen nach der Geburt fest – Heino. "Das passt einfach", sagte Peter Nitschke gestern. Dabei schaute der Geschäftsführer der Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide gGmbH lächelnd auf den Winzling mit dem hellen Fell, der seiner Mutter Sunny nicht von der Seite wich. Heino beginnt mit H, wie Heide. Das ist entscheidend. Dieses Taufverfahren ist in Tierparks mit Zuchtlinien bundesweit üblich.
Das erste, in der Döberitzer Heide geborene PrzewalskiHengstfohlen ist ein gesunder Wonneproppen. "Es trinkt leicht und ist gleich seiner Mutter gefolgt", nannte Tierfachmann Nitschke zwei entscheidende Kriterien.
Auf die Welt kam Heino in der Nacht vom 13. zum 14. Februar. Inzwischen bringt das Tierbaby 35 Kilo auf die Waage, seine Schulterhöhe beträgt etwa 80 Zentimeter. Von der restlichen kleinen Herde im Eingewöhnungsgehege – dazu gehören eine weitere Stute und zwei Wallache – wurde Heino freundlich aufgenommen.
Mutterstute Sunny war schon trächtig, als sie im vergangenen Sommer in der Döberitzer Heide eintraf. Vater Sipeng ist in Bayern zu Hause. Die Tragzeit bei Wildpferden dauert elf Monate. Heino werde bis zur Geschlechtsreife bei seiner Mutter bleiben, also ungefähr zwei Jahre, erzählte Peter Nitschke. "Weiterer Nachwuchs kommt wahrscheinlich im April oder Mai", kündigte der Geschäftsführer an. In einer anderen Herde, in der Zuchtgruppe des Schaugeheges mit insgesamt fünf Tieren ist Leithengst Billy in den vergangenen Monaten nicht untätig gewesen. "Bis zu vier Stuten könnten trächtig sein", hofft Nitschke.
"Przewalskipferde sind Urwildpferde. Anders als domestizierte Tiere besitzen sie 66 statt 64 Chromosomen", informierte Boris Preckwitz, Sprecher der Heinz-Sielmann-Stiftung. Die heutigen Hauspferde stammten allerdings von Wald- und Steppen-Tarpan ab. Beide seien bereits ausgestorben. Weltweit existieren noch 2000 Przewalskipferde, davon etwa 500 im Erhaltungszuchtprogramm, an dem sich auch die Sielmanns Naturlandschaft gGmbH beteiligt.
Besucher des Schaugeheges werden ihre Freude haben, wenn sie Heino beobachten. Privatpersonen oder Unternehmen können auch zum Unterhalt des kleinen Kerlchens beitragen. Durch eine Tierpatenschaft würden sowohl Kosten für das Futter als auch für die tierärztliche Versorungung gedeckt, sagte Boris Preckwitz gestern.
Interessenten für eine Tierpatenschaft wenden sich an Sielmanns Naturlandschaft gGmbH, (03 32 34) 2 48 90, E-Mail: info@sni-döberitzer-heide.de