BABELSBERG Zeitweilig trafen sich gestern mehr als 150 Potsdamer mit Kindern und Hunden auf einer der Havelwiesen im Eingangsbereich des Babelsberger Parks. Wegen des kalten Wetters blieb der gemeinsame Verstoß gegen die Parkordnung – Picknick auf dem Rasen – eine ungemütliche Angelegenheit.
Viele standen auf dem Ökonomieweg, leisteten eine Unterschrift für die neu gegründete Bürgerinitiative Babelsberger Park und debattierten hitzig über Sinn und Unsinn der Parkordnung. Sie berichteten häufig von ersten eigenen Erfahrungen mit der neuen Geldbuße. So sei ein Vater unter Androhung einer Verwarnung in Höhe von 40 Euro von der Wiese vertrieben worden, wo er mit seiner Tochter saß. Den Schülern der Bruno-Bürgel-Schule seien Aktivitäten im Park gestrichen worden.
Die Ordnungshüter der Schlösserstiftung ließen sich am Montagvormittag nicht sehen. "Ist vielleicht auch besser so", sagte einer der Initiatoren, Peter Moser. Viele Babelsberger seien recht aufgebracht. Die Bürgerinitiative habe sich jedoch vorgenommen, eine Eskalation zwischen Bürgern und Stiftung zu verhindern. Denn Zorn führe womöglich zu Vandalismus.
"Auch wir wollen das kulturelle Erbe erhalten", erklärte Gabriele Rothaug. Deshalb wolle die Bügerinitiative demnächst ein eigenes Nutzungskonzept für den Park ausarbeiten, das dann mit der Stiftung verhandelt werden soll. Erste Gespräche sollen noch im April beginnen. Die Unterschriftenlisten für eine Nutzung als Volkspark fanden reißenden Absatz. Da die Bürgerinitiative noch jung ist, bisher gab es erst drei Treffen, sei noch alles im Fluss, so Moser. Nach dem, aus seiner Sicht, erfolgreichen Picknick, soll es weitere Aktionen geben. So könne man demonstrativ die Wiesen betreten, um beispielsweise Müll zu sammeln oder Sträucher zu pflanzen. cs