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21.05.2007

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Schach macht Spaß

Brandenburgische Landeseinzelmeisterschaften in Altes Lager

SIMONE DUVE

ALTES LAGER Roland Schimmel war zufrieden. "Die Teilnehmer haben alle eine sehr hohe Disziplin gezeigt. Darum ist alles reibungslos verlaufen und das Turnier hat allen Freude gemacht", sagte der stellvertretende Vorsitzende des SV Marzahna gestern im Kulturzentrum "Das Haus" in Altes Lager. "Unser Schachverein hat an diesem Wochenende zwar zum ersten Mal die brandenburgische Landeseinzelmeisterschaften veranstaltet, aber mit großen Turnieren haben wir seit 30 Jahren Übung."

Insgesamt 20 Schachstrategen aus dem ganzen Land waren zum Wettbewerb in den Fläming gekommen. Das Ergebnis fiel am Ende sehr knapp aus. Mit nur einem halben Punkt Vorsprung siegte Philipp Neeforth vom SC Empor Potsdam vor Hans-Rainer Urban von der SG Lok Brandenburg bei den Herren. "Ich freue mich riesig", sagte der 25-Jährige nach dem Turnier, "seitdem ich in Potsdam studiere, befasse ich mich ernsthaft mit dem Schachspiel und nehme Fachbücher in die Hand, um mich auch theoretisch zu verbessern."

Die Psychologiestudent führt seine Leistungssteigerung und damit auch den Landesmeistertitel auf das gute Klima bei Empor Potsdam zurück: "Ich fühle mich dort sehr wohl. Wir haben eine tolle Stimmung in unserem Verein und das spornt natürlich auch alle zu besseren Leistungen an." Dies ist insofern auch bemerkenswert, da er erst seit drei Jahren in Potsdam lebt. "Ich bin gebürtiger Karlsruher, fühle mich hier aber voll integriert und akzeptiert und keineswegs wie ein Fremder."

Einerseits schaltet Neeforth gern mal beim Schach ab. Andererseits versucht er, die Partien großer Schachspieler zu studieren. "Ich sehe im Schach eine gewisse Form von Ästhetik. Es ist ein Hobby, das mich bereichert."

Das findet auch Landesmeisterin Heike Germann aus Beelitz. Die Lehrerin für Sonderpädagogik an der Allgemeinen Förderschule in Potsdam spielt seit ihrem siebten Lebensjahr Schach. "Ich habe es von meinem Vater beigebracht bekommen und es hat mir von Anfang an Spaß gemacht." Kein wunder, dass die Beelitzerin, die für den SV Marzahna startet, ihre Meistertitel schon nicht mehr zählen kann und bereits mit acht Jahren zum ersten Mal DDR-Meisterin wurde.

"Ich habe dem Schachspiel sehr viel zu verdanken", sagte die 39-Jährige, "als Kind konnte ich mich zum Beispiel nicht konzentrieren. Das habe ich dadurch aber gelernt, ebenso Selbstdisziplin und logisches Denken." Auch die Begegnung mit anderen Menschen bei den Turnieren schätzt die Schachexpertin. "Mich begeistern am Schach vor allem die Phantasie, um Pläne zu schmieden und logisches Denken, verbunden mit Strategie und Taktik." Eigentlich könnte sie als Landesmeisterin auch zu den deutschen Meisterschaften fahren. "Aber als Lehrerin ist es sehr schwierig, sich während er Schulzeit einfach für zehn Tage aus dem Unterrichtsbetrieb auszuklinken", sagt sie.

2005 hatte sie unter 25 Teilnehmern schon einmal den sechsten Platz bei den Deutschen Meisterschaften gemacht. Besonders stolz ist sie jedoch darauf, dass ihr von der Internationalen Schachvereinigung FIDE im April dieses Jahres den Titel FIDE-Meisterin verliehen wurde.

Beide Landesmeister waren nicht nur wegen des eigenen Sieges mit dem Turnier zufrieden. "Die Turnierbedingungen waren sehr gut. Es hat Spaß gemacht, an diesem Wochenende dabei zu sein", waren sie sich einig.

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