Suche der Märkischen Allgemeinen:

Suchbegriff eingeben und abschicken
Auswahl der Suchkategorie

Wetter in Brandenburg:

-6ºC
Symbol: aktuelles Wetter in Brandenburg

Metamenu:


Sie befinden sich hier:

  1. » Märkische Allgemeine
  2. » Nachrichten
  3. » Wirtschaft
  4. » Wirtschaft aus der MAZ
23.05.2007

Beitragsfunktionen:

Höhere Erträge durch Genmais

Katherina Reiche sieht Vorteile für Landwirte und Konsumenten

Auf mehr als 2000 Hektar wächst in Brandenburg Genmais der Sorte Mon-810, das ist fast fünfmal so viel wie noch im Vorjahr und entspricht fast 60 Prozent der gesamten deutschen Genmais-Anbaufläche. Nicht alle Bauern finden das gut und Brandenburgs Agrarminister Dietmar Woidke (SPD) warnt vor einem "Imageschaden" für die Mark. Die Brandenburger CDU-Bundestagsabgeordnete Katherina Reiche greift Woidke dafür scharf an – und wirft ihm vor, dem Land zu schaden. Mit ihr sprach Martin Usbeck.

 


Was halten Sie von der Entscheidung, den Handel mit dem Saatgut des genetisch veränderten Maises Mon-810 vorläufig zu verbieten?

Reiche: Zunächst ist davon der diesjährige Anbau nicht betroffen. Dieser Bt-Mais ist seit zehn Jahren in der EU zugelassen. Diese Zulassung muss jetzt erneuert werden. Alle notwendigen Unterlagen – einschließlich des jetzt vom Bundesamt für Verbraucherschutz angemahnten Monitoring-Plans – hat Monsanto bei der EU in Brüssel eingereicht. Insofern ist die jetzige Entscheidung des Bundesamtes ein äußerst ungewöhnliches juristisches Mittel, um in ein laufendes europäisches Verfahren einzugreifen.

Aber angeblich liegen doch neue Erkenntnisse vor, dass von Mon-810 möglicherweise doch Gefahren für Umwelt und Gesundheit ausgehen.

Reiche: Offensichtlich sind Zweifel hinsichtlich der Stichhaltigkeit der angeführten Studien angebracht. Zudem finde ich es befremdlich, dass die erkenntnisreiche deutsche Biosicherheitsforschung nicht herangezogen wird, obwohl es hier seit 15 Jahren einschlägige Forschung gibt. Damit beschäftigen sich sogar Einrichtungen, die dem Bundeslandwirtschaftsministerium unterstehen. Die Forscher in Potsdam und an anderen Standorten fühlen sich stigmatisiert.

Brandenburgs Agrarminister Dietmar Woidke hat das Verbot begrüßt und vor einem Imageschaden für die ganze brandenburgische Landwirtschaft gewarnt, wenn Genmais angebaut wird. Was halten Sie davon?

Reiche: Das ist ein Schlag ins Gesicht all der Landwirte, die sich bemühen, mit neuen Methoden auf wenig ertragreichen Böden zum Erfolg zu kommen. Eigentlich müsste sich der Minister vor die innovativen Landwirte stellen. Und für den Forschungsstandort Brandenburg sind solche Aussagen geradezu verheerend.

Mal ehrlich, was bringt die Gentechnik den Landwirten?

Reiche: Im Oderbruch steht der Bt-Mais über zwei Meter hoch und bildet dicke Kolben. Der normale Mais kümmert dahin. Mit dem Einsatz von Bt-Mais können Bauern höhere Erträge erzielen. Bt-Mais-Anbau benötigt keinen Pestizideinsatz gegen seinen ärgsten Schädling, die gefürchteten Maiszünslerlarven. Und wenn wir wirklich in großem Maßstab Biomasse für die Energiegewinnung anbauen wollen, brauchen wir Pflanzen, die stressresistenter sind. Herkömmliche Züchtungsmethoden stoßen an ihre Grenzen.

Und was hätte der Verbraucher davon?

Reiche: Der Verbraucher profitiert von dem gentechnisch veränderten Mais zum Beispiel durch geringer belastetes Getreide und eine intakte Umwelt. Die Vorzüge werden in der Zukunft durch maßgeschneiderte Produkte noch deutlicher sein: zum Beispiel wäre der Anbau von gentechnisch verändertem Gluten freiem Weizen interessant. Gluten ist eine häufige Ursache für Lebensmittelunverträglichkeiten. Es ist praktisch in jedem Weizengebäck enthalten.

Halten Sie die Koexistenz zwischen herkömmlichen und genveränderten Pflanzen überhaupt für machbar?

Reiche: Natürlich. Wir novellieren gerade das Gentechnikgesetz, in dem unter anderem Mindestabstände und praktikable Haftungsregeln festgelegt werden, die sich am Bürgerlichen Gesetzbuch orientieren. Auf jeden Fall muss sichergestellt sein, dass die Forschung mit gentechnisch veränderten Pflanzen in Deutschland weiterhin möglich ist und nicht eingeschränkt wird.

Ihre Meinung ist gefragt!

In diesem Forum gibt es 6 Einträge

» Twiggl | 23.05.2007, 11:57

Ich will keinen Genmais


mich würde ja mal interessieren, welche Nahrung Frau Reiche für ihre Kinder bevorzugt bzw. bevorzugen würde: Babykost aus herkömmlichen Anbau, aus Bioanbau oder aus gentechnischem Anbau?

Vielleicht sollte man auch Abstand nehmen, Dinge anzubauen wo sie einfach nicht gedeihen. Starke Eingriffe in die Natur und die Nahrungskette haben sich im Nachhinein fast immer als Fehler herausgestellt.

» Honighaeuschen | 24.05.2007, 09:30

Mangelnde Bildung?


Wenn diese Abgeordnete in der Schule ein bißchen in Biologie aufgepaßt hätte, dann wüßte sie, daß das Prinzip der Bestäubung der Blüten durch Honigbienen und deren Verwandten eine der Grundlagen des Lebens auf diesem Planeten ist. Daran rührt man nicht und schon gar nicht um der Gewinne irgendeines dubiosen Konzerns. Genmais ist schädlich für Bienen, das ist mittlerweile belegt. Der Gendreck muß weg und die Apologeten von CDU und FDP dieser unsäglichen Technik am besten gleich mit! Die Befürworter dieser zweifelhaften Agromafia haben bei uns Imkern einen Sympathiewert irgendwo zwischen George Bush und Al Quaida. Bienen fliegen auf Mais und machen da keinen Unterschied zwischen zwischen "normalem" und BT-Mais à la Monsanto. Das Fluggebiet eines Bienenvolkes umfaßt etwa 30qkm und ein Abstand von 150m zwishcen Bienenvolk udn Maisfeld ist einfach ein schlechter Witz.
Aber wenn man in der Schule oder in den entsprechenden Ausschüssen des Bundestages fehlt, dann kann man das natürlich nicht wissen.
Der Wähler wird hoffentlich bei der nächsten Wahl dann entscheiden, wer verantwortungsvoll mit der Umwelt umgeht und wer sich an ihr vergeht.
Politiker sind (zumindest in der Theorie!) gewählt, um den Willen der Wähler auszuführen und nicht Auftragsarbeiten irgendwelcher Konzerne anzunehmen.

» Steto123 | 24.05.2007, 13:49

Mangelnde Bildung!


Sobald irgendwo Gentechnik draufsteht, werden die Kommentare unsachlich. Das ist für mich unverständlich. Bisher ist ein Einfluss des sog. Genmaises auf Bienen nicht nachgewiesen, ehe das Gegenteil (Siehe auch http://www.biosicherheit.de/de/sicherheitsforschung/68.doku.html).
Und um mal beim hier vorherrschenden Grundtenor zu bleiben, sollte alle hier in der Schule gelernt haben, das Mutationen (als ungezielte Änderungen der genetischen Information von Lebewesen) ebenso Alltag in unserer Natur sind. Jedoch wurden bisher neue ertragreichere Sorten/ Rassen (also eben jene Mutationen, die für den Menschen gewinnbringender waren) durch Züchtung selektiert, und zwar schon seit tausenden von Jahren. Und diese tausenden Jahre war das auch ok. Wird aber nun gezielt eine Mutation durch einen direkten Eingriff erzeugt, dann wird dies verteufelt (und dabei vergessen, was die Natur seit Millionen von Jahren macht). In gewisser Weise erinnert mich das an die Maschinenstürmer des frühen 19. Jahrhunderts.
Für mich gilt daher, erst einmal den Ball flach halten und genau beobachten, was mit der Gentechnik angestellt wird, denn ein Mißbrauchspotential ist durchaus vorhanden.

» Betroffener | 24.05.2007, 13:52

Gentechnik-Lobbyistin Katherina Reiche


Die gelernte Diplomchemikerin Reiche (und Gattin von Sven Petke) ist ungewählt per CDU-Landesliste in den Bundestag "eingewandert" und würde angeblich gerne Genmais an ihre Kinder verfüttern (jedenfalls schrieb sie das mal in der Reiche-Reiche-Kolumne).

Gerne werden von ihr Gentechnik Gegener auch als "Bioterroristen" bezeichnet - was man ihr nur als berufsmässige lobbyistische "Gentechnikterroristin" im Dienste von Monsanto & Co. zurückgeben kann.

Kaum jemand will gentechnisch veränderte Produkte mit all ihren bekannten und versteckten (Langzeit-)Risiken - wieso erdreisten sich "Politiker" und Industrie trotzdem aus reinem wirtschaftlichem Interesse heraus den Menschen mit allen Tricks ihr Zeug unterzujubeln?

Auch nur minimalst veränderte Planzen und Tiere sind patentierbar - und darum geht es schlußendlich - denn damit kann extrem viel Geld verdient werden.

In den USA gibt es bereits Urteile, wo Bauern dazu verdonnert wurden, für die auf Ihren Feldern durch natürliche Vermischung von Fremdfeldern gewachsene Genprodukte (explizit nicht willentlich angebaut!) Lizenzgebühren zu bezahlen. Darum geht es sowohl bei Pflanzen- und Tier-Produktion.

Und wenn Politiker bei solchen nur wirtschaftlichen Interessen dienenden Themen lobbyistisch mitwirken, dann hat das immer auch persönliche finanzielle Hintergründe.

Vielleicht sollte vorrangig mal die Hesco-Affäre endlich klärend abgewickelt werden - denn die ist seit vielen Jahren ein unter den Tisch gekehrter anrüchiger Fördermittelfall zwischen ILB, Wirtschaftsministerium und der Familie Reiche.

Gentechnik-Produkte und System Reiche-Petke - NEIN DANKE.
Die Welt läuft auch ohne diese "Zugaben".

» StatusQuo59 | 24.05.2007, 14:28

Genmais und anderes


Auf der einen Seite bin ich der Meinung das die Gentechnologie nicht allgemein an den Pranger gestellt werden sollte. Zur Zeit leben über 6 Mrd. Menschen auf dieser Erde und es werden ständig mehr. Wir können diese Menschen nur vernünftig ernähren, wenn wir über die Gentechnologie versuchen den Ertrag zu steigern. Was aber absolut nicht sein darf, ist zum Beispiel die Tatsache, dass in den USA bereits Pflanzen so manipuliert wurden, dass sie nur ein Jahr blühen und keine eigene Saat mehr hervorbringen. Diese muss dann von den Farmern teuer bei den Produzenten gekauft werden. So was muss sofort verboten werden. Auch ist eine Posse wie um die Kartoffelsorte "Linda" nicht nachvollziehbar. Mir war überhaupt nicht bekannt dass es so was wie ein Bundessortenamt überhaupt gibt. Aber unsere Bürokratie erhält sich ja selbst!

» Betroffener | 24.05.2007, 15:32

stato123


Sobald irgendwo Gentechnik draufsteht, werden die Kommentare unsachlich. Das ist für mich unverständlich. Bisher ist ein Einfluss des sog. Genmaises auf Bienen nicht nachgewiesen, ehe das Gegenteil -schreibt "stato123" in seinem Beitrag.

Es kann nicht darum gehen, dass der Rest der Welt sich darum kümmern muss, dass Gentechnik keinen Schaden anrichtet - sondern umgekehrt müssen die Gentechnikvertreter beweisen, das die Gentechnik unschädlich ist - was sie bislang allenfalls durch fragwürdige selbst bezahlte Studien "bewiesen" haben.

Im Streit geht es in Wahrheit um zwei Dinge:

1. Den Erhalt unserer Natur und natürlichen Produkten

2. Für die Industrie um das abhängig machen der Bauern, um Patente, Lizenzen und um Geld verdienen und Pfründe sichern im großen Stil.

Denn wirklich benötigt wird die Gentechnologie keinesfalls - auch nicht für die Ernährung der 6 Milliarden Erdenbürger - das ist eher ein Finanzierungs- und Verteilungsproblem. Wenn sich aber Gentechnik z.B. in Afrika durchsetzen kann, dann ist gleichzeitig auch die (gewünschte) Abhängigkeit von der Industrie zu 100% gegeben, zu jeder Aussaat neues Saatgut teuer kaufen zu müssen - was nicht im Sinne Afrikas (und auch nicht der restlichen Welt) ist. In Telepolis war am 217.03.07 zu lesen: "ein bereits 2002 erteiltes Patent des Lebensmittelkonzerns Plant Science auf Brokkoli (EP 1069819) kann zukünftig die Patentierung von Pflanzen und Tieren massiv erschwert oder erleichtert werden. Bei Bestätigung des Brokkoli-Patents könnte es fortan genügen, ein Gen in einem gentechnisch veränderten Organismus ausfindig zu machen, das ebenfalls in Pflanzen oder Tieren aus herkömmlicher Züchtung zu finden ist, um einen Anspruch auf ein Patent zu erwerben. Somit könnten Pflanzen, Tiere und Zuchtverfahren als Erfindungen deklariert werden, auf deren Nachfolgegeneration und ihre Haltung der Patentbesitzer ebenfalls Forderungen geltend machen könnten."

Darum geht es der Industrie, nicht um das sattwerden alle

Ein Service von
Angebote und Prospekte aus Potsdam von kaufDA