

Matilda von Gierke, Vereinsvorsitzender Thomas Schädler. Foto: Autor
PEER STRAUBE
KLEINMACHNOW / POTSDAM Eine Potsdamer Schülerin macht sich für den Erhalt des Uferweges am Griebnitzsee stark. Die 15-jährige Matilda von Gierke hat als Projekt an der Kleinmachnower Berlin-Brandenburg International School einen Verein aus der Taufe gehoben, der helfen soll, den beliebten Spazierweg nebst Uferzone für die Öffentlichkeit zu sichern, und dafür Spenden sammeln will.
Am vergangenen Sonntag wurde auf ihre Initiative hin der Verein "Bürger helfen der Stadt Potsdam am Griebnitzsee" gegründet. Vereinschef ist von Gierkes Schulleiter Thomas Schädler, auch die Eltern der Zehntklässlerin sind mit von der Partie. Zweck des Vereins ist es laut Satzung, "...die Stadt Potsdam bei dem Erwerb, der Enteignung oder der Verschönerung der vom Bebauungsplan Nr. 8 ,Griebnitzsee’ umfassten... Grundstücksflächen finanziell oder durch sonstige Maßnahmen aller Art zu unterstützen". Sie habe den Uferweg als Schulprojekt gewählt, da sie selbst in der Karl-Marx-Straße wohne und dort gern spazieren gehe, begründet Matilda von Gierke ihr Engagement. Da die Initiative "Griebnitzsee für alle" und die Initiative "Historische Uferregion Griebnitzsee" unterschiedliche Interessen verfolgten, habe man "von neutralem Boden" starten wollen und einen neuen Verein gegründet. Bei der Stadt soll nun ein Treuhandkonto eingerichtet werden, das die gesammelten Gelder verwaltet. Eingesetzt werden sollen sie etwa für den Ankauf weiterer Flächen am Seeufer.
Er finde es toll, dass sich eine Schülerin ungeachtet der politischen Brisanz für ein solches Projekt engagiere, sagte Schädler. Daher habe er sich bereit erklärt, den Vereinsvorsitz zu übernehmen. Da die Schülerin noch minderjährig ist, darf sie selbst nicht als Vereinsgründerin in Erscheinung treten, will aber die Hauptarbeit leisten. Als nächster Schritt soll ein Internetauftritt für den Verein geschaltet werden, danach geht es ans Spendensammeln. Zunächst will sie sich die Kitas in der Nähe des Griebnitzsees vornehmen und die Eltern der Kinder für eine finanzielle Zuwendung gewinnen. Angst davor, zwischen den unterschiedlichen politischen Interessen aufgerieben zu werden, hat sie nicht. "Das ist eine Aufgabe für mehrere Jahre", sagt Schädler und verspricht Unterstützung. Die Mitgliedschaft ist bis auf weiteres kostenlos.
Bei der Stadt ist man begeistert vom Engagement der jungen Frau. "Das ist ein sehr gutes Projekt", sagte Dieter Jetschmanegg vom Oberbürgermeisterbüro. In den laufenden Auseinandersetzungen könne man jede, vor allem aber finanzielle Unterstützung gut gebrauchen. Wie berichtet, will die Stadt insgesamt 40 000 Quadratmeter Uferfläche kaufen. Da der Streit mit dem Bund um den Preis noch nicht beigelegt ist, steht auch die benötigte Summe noch nicht fest.