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02.11.2007

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Festbegräbnis vor 4500 Jahren

Sensationsfund zu Grabungsschluss in der Türkstraße / Vermutlich männlicher Toter

RAINER SCHÜLER

BERLINER VORSTADT Bei archäologischen Grabungen im Vorfeld des Neubaus der Hauptfeuerwache ist am Mittwochmorgen in der Türkstraße ein rund 4500 Jahre altes Grab gefunden worden. Der in einer runden Grube beerdigte Tote ist vermutlich ein Mann; das jedenfalls legen die acht Pfeilspitzen aus Feuerstein nahe, die zu Füßen des auf der Seite liegenden Skeletts gefunden wurden. Sie waren laut Stadtarchäologin Gundula Köstel bei der Routinegrabung bis in zwei Meter Tiefe der erste Hinweis auf einen wichtigen Fund. Dessen genauere Altersdatierung wird möglich sein, wenn man heute das in großen Bruchstücken vorhandene tönerne Grabgefäß freigelegt hat, von dem gestern bereits eine Seite gut sichtbar war. Ob der bronzeitliche Mensch aus Altersgründen starb, durch eine Krankheit oder gewaltsam, ist nach Auskunft der Grabungsleiterin Jana Vogt von der Argepro aus Cottbus noch nicht abschätzbar; zumindest der Schädel wirkt unversehrt. Zahlreiche Fischgräten und Tierknochen im Grab deuten Köstel zufolge aber daraufhin, dass ein Festmahl die Bestattung begleitete. Es könnte also eine wichtige Person gewesen sein.

Bislang wurden von der Argepro rund 2000 Befunde gesichert und dokumentiert; die Arbeiten laufen seit sechs Monaten. In Spitzenzeiten waren elf Archäologen vor Ort; derzeit sind es drei.

Der Aufsehen erregende Fund ist allerdings dem Zufall geschuldet. In Verlängerung einer dreirohrigen Wasser- und Abwasserleitung hatte man sich erst kürzlich entschlossen, einen so genannten Dehnungsbogen anzufügen, damit sich die Leitungen je nach Jahreszeit und Materialausdehnung verbiegen können. Dafür musste die eigentlich schon abgeschlossene Grabung ein Stück weit verlängert werden. Plötzlich fielen Pfeilspitzen aus einer Erdwand: sauber aus einem größeren Feuerstein geschlagen und mit Knochen und anderen Steinen zum Dreieck geformt. Diese Spitzen wurden Köstel zufolge einst mit Birkenpech ins Pfeilholz geklebt.

Bislang gab es in der Gegend Siedlungsfunde aus der Jungsteinzeit (5000 bis 2000 v.Chr.), der Jungbronzezeit (1200 - 1000 v.Chr.), der vorrömischen Eisenzeit (450 v.Chr. bis 0), aus der Slawenzeit (11. Jahrhundert) und dem frühdeutschen Mittelalter. Darunter sind 3000 Jahre alte Urnengräber und beigabenlose Bestattung aus der Zeit der slawischen Besiedlung.

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In diesem Forum gibt es 1 Eintrag

» Thomas2007 | 02.11.2007, 09:06

"Potzi" gehört ins Schloß  (0) 
Der Fund des "Potzi" in der Türkstraße könnte zeitweise ein neuer Anziehungspunkt für Besucher der Stadt werden und sollte, wenn überhaupt möglich, eine archäologisch unbedenkliche Umgebebung zur Ausstellung erhalten.

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