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05.11.2008

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FILM: Liebesgrüße aus Petersburg

Kommunisten geißeln die ukrainische „Mätresse des Mörders James Bond“

MOSKAU - Die interregionale Organisation „Kommunisten von St. Petersburg und Gebiet Leningrad“ (KPL) hat einen offenen Brief an das neueste Bondgirl veröffentlicht. Die Schauspielerin Olga Kurilenko stammt aus der ukrainischen Kleinstadt Berdjansk an der Asowschen Küste. In harter Konkurrenz gegen zahlreiche Mitbewerberinnen bekam sie den Zuschlag für die Rolle im 22. Bond-Film „Ein Quantum Trost“.


James Bond ist „ein blutiger Feind des Sowjetvolkes“

Das missfällt den Kommunisten Petersburgs. „Im Namen aller Kommunisten wenden wir uns an dich, du unzüchtige Tochter der unglückseligen Ukraine und Deserteurin der slawischen Welt“, heißt es in dem Brief. Sie habe sich „schändlich dazu hergegeben, eine Mätresse des blutigen Feindes des Sowjetvolkes, Saboteurs und Mörders James Bond“ darzustellen.

Was Bond angehe, so habe er Hunderte von Sowjetmenschen und Bürger des sozialistischen Lagers, etwa Kubaner, Vietnamesen, Nordkoreaner, Chinesen und Nicaraguaner in Spionagefilmen umgebracht. „Olga, was hielt dich davon ab, etwa die geliebte Frau des heldenhaften Kundschafters Stierliz zu spielen?“, fragen die Verfasser. „Standartenführer Stierliz“ ist der sowjetische Superspion aus dem mehrteiligen Krimi „17 Augenblicke eines Frühlings“. Es gelingt ihm, während des Zweiten Weltkrieges unbemerkt in der nahen Umgebung des Reichsführers SS Heinrich Himmler für die gerechte Sache zu kämpfen. Den Autoren des Briefes ist freilich entgangen, dass die 28-jährige Kurilenko beim besten Willen keine Stierliz-Freundin sein konnte. Die sowjetische Filmserie erschien schon 1973, also vor 35 Jahren.

Doch auch der sonstige Lebenswandel der Ukrainerin erregt kommunistischen Anstoß. Kurilenko habe mit Nacktaufnahmen in Männermagazinen angefangen und sich „Stufe um Stufe“ in das Bond-Bett hochgearbeitet. Sie fühle sich offensichtlich ganz wohl als Geliebte eines Mannes, der das Land, wo sie geboren wurde, jahrzehntelang „im Auftrag von Thatcher und Reagan zerstörte“. Er war es, der Bomben in sowjetischen Fabriken gelegt, Gift in sowjetische Brunnen gestreut habe und als Straßenkehrer getarnt in die Wohnungen der Sowjetmenschen eingedrungen sei, heißt es. „Willst du, dass die Ukraine eine Kolonie der USA wird und auf der Krim Mädchen von brutalen und dummen amerikanischen GIs vergewaltigt werden?“, fragt der Brief Kurilenko. Und schließt mit einer Drohung: „Weißt du, wie es Frauen ergangen ist, die sich während des Großen Vaterländischen Krieges mit Besatzern einließen?“.



James Bond (Daniel Craig) und Bond-Girl Camille (Olga Kurylenko) in einer Szene von "Ein Quantum Trost" (Foto: Filmszene/ dpa). Bildvergrößerung

James Bond (Daniel Craig) und Bond-Girl Camille (Olga Kurylenko) in einer Szene von "Ein Quantum Trost" (Foto: Filmszene/ dpa).

Olga Kurilenko soll Buße tun und Daniel Craig ausliefern

Vergebung könne Kurilenko nur verdienen, wenn sie Filmbond Daniel Craig fessele und bei russischen „zuständigen Organen“ abliefere. Er solle darüber berichten, „welche Pläne zur Verunglimpfung Russlands im Pentagon und im Hollywood sonst noch ausgeheckt werden“. Bleibe sie im Westen, so seien ihr „Vergessenheit und Verurteilung durch die Nachkommen“ in der Heimat sicher.

Obwohl der Brief wie eine Botschaft aus der Irrenanstalt anmutet, gibt es eine Organisation namens KPL nach Angaben der „Nesawissimaja Gaseta“, die den Text abdruckte, wirklich. Allerdings fehlt sie im amtlichen Register russischer Parteien. (Von Axel Eichholz)




„Ein Quantum Trost" ist der 22. Bond-Film, basierend auf einer Kurzgeschichte von Ian Fleming. Zum zweiten Mal nach „Casino Royale" spielt Daniel Craig die Rolle des Agenten 007. Thematisch schließt der aktuelle an den ersten Craig-Film an, in dem Bond seine Geliebte Vesper Lynd verlor - erst verriet sie ihn, dann hat sie sich für ihn geopfert. » weiter




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