Suche der Märkischen Allgemeinen:

Suchbegriff eingeben und abschicken
Auswahl der Suchkategorie

Wetter in Brandenburg:

-9ºC
Symbol: aktuelles Wetter in Brandenburg

Metamenu:


Sie befinden sich hier:

  1. » Märkische Allgemeine
  2. » Nachrichten
  3. » Brandenburg/Berlin
  4. » Landespolitik
19.11.2008

Beitragsfunktionen:

BILDUNG: Entwicklungsland Deutschland

Bei der Zahl und Ausstattung der Schulbibliotheken liegt die Bundesrepublik im Vergleich mit anderen europäischen Ländern weit hinten

POTSDAM - Günter Schlamp hat einen Traum: Eine Bibliothek, die ein ganzes Geschoss im Schulgebäude einnimmt und von morgens bis abends geöffnet ist. Was in England, Dänemark und vielen anderen europäischen Ländern Standard ist, sucht man in Deutschland vergebens. „Wenn man sich die Zahl und die Ausstattung der Schulbibliotheken in Deutschland anguckt, sind wir ein Entwicklungsland“, sagt Schlamp. Selbst in einem vergleichsweise reichen Bundesland wie Hessen habe nur jede dritte Schule eine eigene Bibliothek.

Der Mitorganisator des ersten Brandenburgischen Schulbibliothekstages, der gestern im Einstein-Gymnasium Potsdam stattfand, ärgert sich über das mangelnde Engagement der Politik. „In den meisten anderen Pisa-Vorbildsländern wird besonders viel Wert auf Schulbibliotheken gelegt. Bei uns sind sie hingegen ein Stiefkind der Bildungspolitik.“ Ein Zustand, den der ehemalige Schulleiter eigentlich unverständlich findet: „Es gibt Untersuchungen, die belegen, dass es einen Zusammenhang zwischen den Lernerfolgen der Schüler und der Qualität ihrer Bibliothek gibt.“

Auch Günther Brée, der Leiter des Projektbüros Schulbibliotheken beim Hessischen Kultusministerium, kann ein Lied davon singen, wie schwierig es ist, die Politik für die Schulbibliotheken zu begeistern. „Der Föderalismus macht uns Schwierigkeiten“, sagt Brée. Dass Schulbibliotheken wichtig sind, um auch Kindern aus bildungsfernen Familien den Zugang zu Büchern zu ermöglichen, sei inzwischen bei den meisten Politikern angekommen. „Aber keiner fühlt sich zuständig. Die Kultusminister zeigen mit dem Finger auf die Kommunen, die oft genug schon mit der Finanzierung der öffentlichen Bibliotheken überfordert sind.“ Die Verlierer seien die Schüler, die entweder gar keine Bibliothek vorfinden oder mit einem muffigen, schlecht ausgestatteten Kellerraum vorlieb nehmen müssen, weil kein Geld da ist.

Für Günter Schlamp ist das Kompetenzgerangel dennoch kein Grund zu verzweifeln. Er setzt auf die Eigeninitiative von Eltern, Lehrern und Schülern. „Fangt an, selbst etwas zu tun, statt zu warten, bis der große Scheck kommt“, sagt der Potsdamer.

Eine Forderung, die Petra Drechsler bereits in die Tat umgesetzt hat. Es ist nicht zuletzt ihrem Einsatz zu verdanken, dass die Schüler des Einstein-Gymnasiums ihre Freistunden in der Schulbibliothek statt auf dem Pausenhof verbringen können. „Egal, ob es darum ging, die Wände zu streichen oder neue Elektroleitungen zu verlegen – wir haben alles selbst gemacht“, erzählt die Englischlehrerin. Mittlerweile ist der Bestand auf 1500 Bücher angewachsen. „Viele Schüler merken hier zum ersten Mal, dass es viel einfacher ist, ein Buch zur Hand zu nehmen, als sich von einer Internetseite zur anderen zu klicken.“

Am Ziel ihrer Träume ist sie noch lange nicht. „Es wäre schön, wenn wir die Öffnungszeiten der Bibliothek bis in die Abendstunden verlängern könnten. Aber das ist mit unseren beiden Ein-Euro-Jobbern beim besten Willen nicht zu schaffen.“ (Von Ariane Mohl)


Ihre Meinung ist gefragt!

Landespolitik aus der MAZ von gestern, vorgestern, vor drei Tagen

» Regional aktuell

Volumen von 10,5 Milliarden Euro

Brandenburgisches Kabinett beschließt Haushalt 2010

Potsdam - Das brandenburgische Kabinett hat heute den Haushaltsentwurf für das laufende Jahr beschlossen. Er hat ein Volumen von 10,5 Milliarden Euro, die Nettokreditaufnahme beträgt gut 650 Millionen Euro. » weiter

Neues Mitglied im Ausschuss der Regionen

Ralf Christoffers vertritt Brandenburg in Brüssel

Potsdam - Der Minister für Europaangelegenheiten und Wirtschaft, Ralf Christoffers (Linke), wird die Interessen Brandenburgs in den kommenden fünf Jahren in Brüssel vertreten. Er sei neues Mitglied im Ausschuss der Regionen der Europäischen Union, teilte Sprecherin Claudia Lippert heute in Potsdam mit. » weiter

Mehr Kranke im Osten

DAK: Arbeitnehmer in Brandenburg am häufigsten krank

Berlin/Potsdam - Die Arbeitnehmer in den östlichen Bundesländern sind im vergangenen Jahr laut DAK-Daten häufiger krank gewesen als 2008. An jedem Tag des Jahres seien von 1.000 Versicherten der Krankenkasse 42 krankgeschrieben gewesen, teilte die DAK heute in Berlin mit. Das seien neun mehr als im Bundesdurchschnitt und drei mehr als im Jahr zuvor. » weiter

Wirtschaftsministerium gewährt Darlehen

Transferfirma für insolventen Gubener Teppichfaser-Produzent Laufaron

Potsdam/Guben (dpa/bb) - Die Beschäftigten des zahlungsunfähigen Teppichfaser-Herstellers Laufaron in Guben (Spree-Neiße) können in eine Transfergesellschaft wechseln. Das Wirtschaftsministerium habe dafür ein Darlehen von 475.000 Euro bewilligt, sagte heute eine Sprecherin. » weiter

Weniger Tote, mehr Unfälle

Unfallstatistik 2009: Brandenburg trauriger Spitzenreiter

Potsdam (dpa/bb) - Die Verkehrsunfallbilanz für das Land Brandenburg im vergangenen Jahr fällt gemischt aus: Während die Zahl der Unfälle im Vergleich zu 2008 um 1,8 Prozent auf 82.754 stieg, ging die der Toten von 222 auf 202 zurück. » weiter

Aktuelle Angebote aus Ihrer Region

Wechseln Sie bei Beitragserhöhung Ihre Krankenkasse?

Abstimmung


Stimme abschicken
» Zum Ergebnis
» Alle Abstimmungen