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13.12.2008

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JUSTIZ: Verdächtige Spuren aus Holland

BKA-Fahndung führte zu Dürrschmidt

SENFTENBERG/POTSDAM -  Als die Polizei am 22. Januar 2007 an der Wohnungstür der Familie Dürrschmidt in Großräschen (Oberspreewald-Lausitz) klingelte, feierte der Landrat gerade gemeinsam mit seiner Frau in Berlin das 90-jährige Bestehen des Landkreistags. Am Telefon erklärte der jüngste Sohn dem Vater den Grund für das überraschende Erscheinen der Fahnder: Es ging um den Besitz kinderpornographischer Schriften, die aus dem Internet auf einen Computer in Dürrschmidts Umfeld in Großräschen heruntergeladen worden sein sollten.

Der Verdacht gegen Dürrschmidt hatte seinen Ursprung im entfernten Wiesbaden. Spezialisten des dort ansässigen Bundeskriminalamtes (BKA) hatten bei umfangreichen Ermittlungen wegen Kinderpornographie im Internet zwei Computer-Server – einen in den Niederlanden, den anderen in Süddeutschland – mit verdächtigen Daten sichergestellt. Auf den Servern fanden sich Hunderttausende Adressen von Computern, die Kontakt zu Internet-Seiten mit kinderpornographischen Inhalten hatten. Darunter war auch zumindest ein Rechner, der bei Dürrschmidts stand.

Nach Auskunft der Senftenberger Amtsgerichtsdirektorin Marion Müller legt die Staatsanwaltschaft Cottbus – die in Brandenburg zentral für die Verfolgung von Internetkriminalität zuständig ist – Georg Dürrschmidt folgendes zur Last: Er habe zwischen Oktober 2004 und Januar 2007 fünfmal auf Kinderpornographie-Seiten im Internet zugegriffen. Dreimal seien Dateien auf den Computer heruntergeladen worden, zweimal sei dies versucht worden. 50 Bild- und zwei Videodateien seien dabei kopiert worden, hieß es bei der Staatsanwaltschaft Cottbus. Nach Informationen der MAZ geschah dies zumindest teilweise in den Nachtstunden.

Der seit Mittwoch suspendierte Landrat betont seine Unschuld. Er sei zum Teil auf Dienstreise Hunderte Kilometer von Großräschen entfernt gewesen, während dort von einem Computer kinderpornographische Seiten im Internet kontaktiert wurden, erklärte der 49-Jährige gestern.

Beschlagnahmt und ausgewertet hat die Polizei zwei Computer, die zur Firma von Dürrschmidts Frau, die Künstlerin ist, gehörten. Ein Rechner befand sich in ihrem Atelier, das sich eine Straße vom Wohnhaus entfernt befindet. Der zweite Computer stand im Büro der kleinen Firma direkt neben dem Wohnhaus. Die Eingangstür zu diesem Büro sei seit wenigstens sechs Jahren nicht mehr verriegelt gewesen, sagt Dürrschmidt. Der Postbote habe dort regelmäßig Pakete abgelegt. Auch die Mitarbeiter der Firma seiner Frau hätten ständig das Büro betreten, um den dort deponierten Schlüssel für das Atelier zu holen. (Von Frank Schauka)


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In diesem Forum gibt es 5 Einträge

» Kritikus | 13.12.2008, 14:21

Warum soll das der Landrat gewesen sein?



Da wird also einer von offensichtlich mehreren Computern als einer mit strafbaren Inhalten geortet und sofort wird behauptet, dass der Landrat diese Inhalte auf seinen PC geladen haben soll.

Wer hat nun alles Zugriff auf diesen PC haben können? Da sind vorerst die Personen aus dem eigenen Hause und jene, die zu Gast waren, zu befragen.

Es muss aber letztlich überhaupt niemand der eventuellen Nutzer in Frage kommen, weil solche Seiten die Eigenschaft haben sich selbst im Hintergrund aufbauen zu können, Selbst das Kopieren von Bilddateien könnte automatisch geschehen sein.

Der zweimalige Löschvorgang solcher Dateien könnte ein Hinweis darauf sein, dass es den Nutzern des PC zweimal aufgefallen ist und sie das taten, was jeder tut, er löscht diesen Dreck schnellstens unbesehen.

Angesicht der Schwere dieses Vorwurfes halte ich es für äußerst fahrlässig und verwerflich, die Sache schon überall zu veröffentlichen, ehe überhaupt etwas bewiesen oder geklärt ist. Vielleicht stört ja dieser Landrat jemanden und man will ihm nur einen Strick drehen.

Wer vor derartiger Kriminalität völlig gesichert sein will, der muss auf das Internet verzichten.

Wie gelingt es eigentlich Lausbuben und Kriminellen, in die Computer unseres Gevatters Staat, in die Computer von Banken und Versicherungen einzudringen? Das war dann sicher auch dieser Landrat?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Landrat nichts Wichtigeres zu tun hat, als sich Kinderpornographie auf seinen PC zu laden. Das ist mir einfach zu billig und zu primitiv.

Sicher wäre er auch für seine Kinder und Gäste verantwortlich, das ist aber doch wohl dann etwas ganz anderes.

Wenn er es tatsächolich selbst wäre, dann frage ich, was kandidiert hierzulande eigentlich für solche Posten und was wird dann sogar auch noch gewählt?

Kritikus

» Viktor28 | 13.12.2008, 17:28

Internet


So sicher, wie sich die Fahnder sind das er das war sind auch unsere Bankdaten . Das ganze Internet ist doch überhaupt nicht Sicher.Man kann nie sagen: er war das . Die Hacker lachen sich zu tode über die Fahnder usw. Man sieht es doch immer wieder , da tauchen mal dort schnell ein paar Milionen Daten( Bank) auf.Wer kann mir 100 % tig sagen das ich jetzt gerade der einzigste bin der auf meiner IP im Internet bin. Wenn schon das BKA ein unbemerkten Trojaner auf mein Rechner setzen kann dann können das die Hacker erst recht schon lange.

» Kritikus | 15.12.2008, 13:45

Fragwürdigste Beweislast,



die eigentlich überhaupt keine ist.

Zitat:

Der zweite Computer stand im Büro der kleinen Firma direkt neben dem Wohnhaus. Die Eingangstür zu diesem Büro sei seit wenigstens sechs Jahren nicht mehr verriegelt gewesen, sagt Dürrschmidt. Der Postbote habe dort regelmäßig Pakete abgelegt. Auch die Mitarbeiter der Firma seiner Frau hätten ständig das Büro betreten, um den dort deponierten Schlüssel für das Atelier zu holen. (Von Frank Schauka) Ende des Zitates

Man wird doch mehr als misstrauisch unseren Ordnungshütern gegenüber, wenn man diese "Beislast", die keine ist, sonderen eher eine Verleumdungslast zum Zwecke des Rufmordes, zur Kenntnis nimmt.

Der Betroffene wird doch als CDU-Mitglied nicht irgendetwas gegen die Verbrechen der Bushdikatatur gesagt haben? Dann muss er natürlich um jeden Preis und mit jedem, auch dem schäbigsten Mittel gemaßregelt werden.

Faschingsgrüße in der Vorweihnachtszeit von

Kritikus

» waschi | 15.12.2008, 16:14

Ermittlungsverfahren


Ich halte ein Ermittlungsverfahren nicht per se für verwerflich. Wie soll es denn sonst gehen? "Guten Tag Herr X, wir haben den Vedacht, dass Sie eine Straftat begangen haben. Sie haben eine Woche Zeit, sich darüber Gedanken zu machen, dann kommen wir wieder!" Lachnummer, z.B in Steuersachen, wo kritische Geister schonmal die Zelle fordern, bevor der Verdacht einer Straftat vorliegt (irgendwas muss dran sein).
Der Landrat hat ein Recht auf ein faires Verfahren. Als Person des öffentlichen Lebens hat er die (tendenziöse und vorverurteilende)Presse allerdings auszuhalten.

Hinter jedem Busch ist nicht gleich ein Bush.

» Kritikus | 15.12.2008, 18:22

Ermittlungen haben nichts mit der allgemeinen Verunglimpfung zu tun, die ordentliche und ernsthafte Aufklärungen noch behindert.



Wenn wir uns also anschauen, was bei den größten Steuerbetrügern herauskommt, ist eine Dikussion fast überflüssig. Je größer das Verbrechen und die Position aus der es begangen wird, je geringfügiger die Strafe! Ganoven im Frack erkennen im schlimmsten Falle einen Strafbefehl an, und kleine Gangster sperrt man ein. Das hat sich seit mehr als 5000 Jahren nicht geändert und wird so bleiben. Mancherorst kommt eben nur noch die Todestrafe dazu, siehe USA, wo mann wegen einer schlüpfrigen Dame unterm Schreibtisch einen kostspieligen Sonderermittler einsetzt und einem Nachfolger für Verbrechen gegen das Völkerrecht und die Menschenrechte, für Kriegsverbrechen nicht an die Wäsche geht. Lassen wir also dieses Thema, das in einer restlos korrupten Gesellschaft und deren Betrugswirtschaft die Diskussion nicht lohnt.

Der Betroffene wird sich wehren und wenn die Sache nicht stimmt, dann sollte sie auch nach hinten losgehen und auf die Urheber zurückfallen, die nicht selten jene sind, die selbst in diese Kinderpornographie verwickelt sind. Keine Frage ist es aber, dass diese Form der Kriminalität völlig gnadenlos verfolgt werden muss.

Das, was die Presse bisher über den Fall zu berichten wusste, kann jedenfalls nicht die Ursache dafür sein, dass eine Suspendierung erfolgte. Es müsste schon mehr an beweisbaren Fakten vorliegen. Wo kämen wir hin, wenn reine Verdächtigungen jedesmal zu solchen Konsequenzen führen würden? Naja, es geht ja bloß um einen von der CDU, und die ist wohl mancherorts zum Abschuss freigegeben.

Kritikus

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