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02.01.2009

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JUSTIZ: Polizist erschießt Mann

 Staatsanwalt ermittelt gegen Berliner Fahnder

SCHÖNFLIESS -  Ein Berliner Polizist hat am Silvesterabend in Schönfließ (Oberhavel) einen mit Haftbefehl gesuchten Kleinkriminellen in dessen Jaguar erschossen. Die Staatsanwaltschaft Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) ermittelt gegen den Beamten wegen des Verdachts des Totschlags, wie die Behörde gestern mitteilte. Die Polizeiaktion, an der drei Berliner Fahnder beteiligt waren, soll Anfang kommender Woche am Tatort nachgestellt werden.

Nach bisherigem Kenntnisstand war folgendes geschehen: Der 26-Jährige – der wegen Diebstahls, Einbruchs, Drogendelikten und eventuell einer aktuellen Raubstraftat mit zwei Haftbefehlen von der Berliner Polizei gesucht wurde – parkte am Silvesterabend gegen 18 Uhr in einem Jaguar am Straßenrand vor einem Haus in Schönfließ. Plötzlich tauchte das Zivilfahrzeug der Berliner Beamten auf, die nach dem jungen Mann gefahndet hatten. Vermutlich hatten die Beamten einen Hinweis über den Aufenthaltsort des Mannes erhalten. Möglicherweise war der Gesuchte aber auch schon seit geraumer Zeit zunächst in Berlin, dann in Brandenburg observiert worden.

Die Beamten versperrten mit ihrem Polizeifahrzeug dem Jaguar so den Weg, dass der 26-Jährige nicht sofort davonfahren konnte. Statt dessen setzte er den Wagen mehrfach vor und zurück, um an dem Polizeiwagen vorbei sich einen Fluchtweg bahnen zu können.

Während der 26-Jährige den Jaguar rangierte, standen zwei Beamte neben dem Wagen, einer links, einer rechts. Der dritte Polizist saß noch immer auf dem Beifahrersitz des Einsatzwagens, weil er Probleme mit dem Sicherheitsgurt hatte. Durch das Rangieren wurde der Beamte an der Fahrerseite des Jaguars an einem Bein leicht verletzt. Daraufhin schoss der andere Beamte mehrfach mit seiner Dienstwaffe durch die Scheibe der Beifahrertür in den Innenraum des Jaguars. Eine Kugel traf den 26-Jährigen in der Brust. Ob es sich um einen Querschläger handelte, wird das Ergebnis der kriminaltechnischen Untersuchung ergeben.

Trotz des Brustschusses gelang dem aus Berlin stammenden Mann zunächst die Flucht. Er fuhr noch etwa 100 Meter weit, bevor er mit einem anderen geparkten Fahrzeug zusammenprallte. Der Notarzt, der rasch alarmiert worden war, konnte den 26-Jährigen nicht mehr retten. Der junge Mann hatte keine Waffe bei sich. (Von Frank Schauka)


Ihre Meinung ist gefragt!

In diesem Forum gibt es 4 Einträge

» Kritikus | 02.01.2009, 10:32

Wollte sich ein Krimineller in seinem


Wagen dem berechtigten Zugriff der Polizei entziehen und hat er dabei mit seinem Fahrzeug noch Beamten verletzt und bei Leib und Leben bedroht, die ihre Pflicht zu erfüllen suchten?

Hatten nicht eben erst Kriminelle einen Rentner aus Leipzig einfach breit gefahren?

Ja, wenn also noch keine Beamter erschossen wurde, von einem Kriminellen, dann darf natürlich ein Polizist nicht zurückschießen, weiter so!?

War der "junge Mann" vielleicht ein Krimineller?

Krrrrrr.

» Kritikus | 02.01.2009, 12:51

Polizisten erschossen



Es ist also noch nicht so lange her, dass bei der Kontrolle eines Autos, der zu Kontrollierende sofort zur Waffe gegriffen und den Polizisten erschossen hat, der ohne gezogene Waffe die Kontrolle vornehmen wollte.

Der aktuelle Fall ist zwar bedauerlich, vielleicht hätten die Fahnder auch die Reifen zerschießen können.

Einen großen Vorwurf würde ich ihnen trotzdemn nicht machen, denn im Umgang mit süchtigen Ganoven, auch noch hinterm Steuer, ist ein Polizist immer in Lebensgefahr. Er muss bei erforderlichen Kontrollen und Zugriffen mit allem rechnen. Da kann einem Ordnungshüter das eigene Leben in der Tat mal lieber sein als das des Ganoven, denn auch Polizisten/innen und Fahnder haben Familien, also Frauen, Männer und Kinder, die ihre Väter oder Mütter und ihre Partner nicht einbüßen möchten.

Anlaufende Ermittlungen sichern eben auch die berechtigten Interessen von Tätern. Warten wir also die Ergebnissse ab. Wir werden dann auch erfahren, wie gefährlich der Erschossene hätte sein können.

Kritikus

» Kritikus | 02.01.2009, 12:54

Obduktionsergebnis abwarten!°


Ob der Betroffene tatsächlich an der Kugel gestorben ist oder an den Folgen des von ihm verursachten Zusammanpralls, muss das Obduktionsergebnis erst noch zeigen.

Kr.

» Kritikus | 13.01.2009, 23:21

Zur wichtigsten Frage dieses Falles



Was hat die Alkoholprobe ergeben,die man doch hoffentlich bei dem betroffenen Polizisten durchgeführt hat?

Jahresende war für alle. Und gerade einige Schusswaffenträger nehmen es nicht so genau mit der Frage Alkohol, wie uns doch die Jäger immer wieder zeigen. Aber auch angetrunkene Polizisten, die in der Kegelbahn dann plötzlich mit der Waffe rumfuchteln sind nicht Neues. Davor schützen auch gehobene Dienstsgrade und sogar geflochtene Schulterklappen leider nicht.

Es ist doch mehr als verdächtig, dass dieser Frage offensichtlich niemand nachgegangen ist. Selbst die Presse hat sie bisher nicht aufgeworfen. Das sollte aber eine Routinefrage sein, insbesondere in Anbetracht des völlig ungewöhnlichen und nicht nachvollziehbaren Vorgehens dieses Beamten.

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