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09.03.2010

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BUCH: Das Krenz-Regime

Heute erscheinen die „Gefängnis-Notizen“ des letzten SED-Partei- und Staatschefs / Eine ermüdende, ernüchternde Lektüre

POTSDAM - Man kann Egon Krenz nicht vorwerfen, er gehe unkritisch mit der DDR-Geschichte um: „Dann und wann fehlte auch das Vertrauensverhältnis zwischen den Bürgern und ihrem Staat.“, schreibt er auf Seite 13. Spätestens hier fragt man sich, warum man sich dieses „Gefängnis-Notizen“ betitelte Konvolut eigentlich antut. Am Anfang der DDR liefen die Leute weg, am Ende flohen sie, und zwischendurch standen sie unter „vertrauensvoller“ Obhut der Stasi. Wer da vom „dann und wann“ fehlenden Vertrauensverhältnis zwischen Staat und Bürgern erzählt, ist entweder nicht ganz dicht oder infam, zumindest aber eine intellektuelle Beleidigung für den Leser.

Dass die vermeintlichen Haft-Tagebücher des bereits 2003 auf freien Fuß gesetzten Honecker-Nachfolgers erst jetzt erscheinen, ist wohl eher jener fiesen kapitalistischen Profitorientierung der „edition ost“ geschuldet, als tatsächlichem Aufarbeitungswillen. Schon der Klappentext macht klar, dass an Krenz „das Urteil über die politische Führung der DDR exekutiert werden“ sollte. Wenn es denn wenigstens eine ernsthafte Auseinandersetzung eines DDR-Kaders mit dem Scheitern seines Lebensprojektes wäre, würde man dem ja noch mit einigem Interesse beiwohnen. Tatsächlich aber hat sich Krenz in einer Mischung aus Trotz und Verbohrtheit alles noch einmal von der Seele geschrieben, was er all die Jahre schon immer gesagt hat. Ein standhafter, unbeugsamer Kommunist im Kampf gegen das bürgerliche Feindsystem.

„Die Regierenden betonen in Sonntagsreden zwar immer ihre christlichen Werte. Im Alltag aber gilt für sie das Grundbuch mehr als die Heilige Schrift“, schreibt Krenz über die Rückübertragung seines Berliner Hauses in Pankow. Muss man sich wirklich auf diesem Niveau über die Bundesrepublik belehren lassen? Jeder normal denkende Bürger und Eigenheimbesitzer zumal, ist vermutlich heilfroh, dass Immobiliendinge nach Grundbuch und nicht nach der Bibel entschieden werden.

Doch auch in den endlosen Passagen über das vermeintliche Fehlurteil gegen ihn wegen der Mauertoten widerspricht sich Kenz immer wieder. Seine Argumente lauten: Ich konnte nichts gegen das Grenzregime tun. Das Grenzregime war rechtens. Es gab keinen Schießbefehl. Die (zu Unrecht) verurteilten Grenzer, achteten nur die DDR-Gesetze. Und der ganze Prozess sei widerrechtlich und getürkt. Wenn es also keinen Schießbefehl gab, an welche Gesetze hielten sich dann die Grenzer? Wenn das Grenzregime rechtens war, warum hätte er dann etwas dagegen tun sollen? Ganz abgesehen davon, dass Krenz verschweigt, dass er nie etwas gegen das Grenzregime tun wollte. Und so geht es weiter.

Dramatisch und immer wieder von weitschweifigen Reflexionen über das bürgerliche Unrechtsregime durchzogen, strebt die Handlung zunächst seinem Haftantritt im Januar 2000 entgegen. Weil die Welt damals allerdings keineswegs den Atem angehalten hat, als der entthronte Machthaber in den Kerker einfuhr, wirkt die ganze Rahmenhandlung etwas lächerlich. Vom Knastleben erfährt man nur am Rande, wenn die Zelle schmutzig oder der Ton ruppig ist. Geradezu gierig notiert Krenz aber jeden „solidarischen“ Zuspruch – sei es von Wärtern oder draußen.

Neben so possierlichen Episoden wie seiner Freude, als er endlich wieder ein Exemplar des „Neuen Deutschland“ erhält, das er seit 1950 aboniert hat und auf dessen Ausgaben er „wie eh und je gespannt“ ist (Gab es da nicht Zeiten, wo es eher nicht so aufregend war, das ND aufzuschlagen?), nehmen auch die Antifa-Biografien der ZK-Kader großen Raum ein. Warum der Kampf gegen Nazis offensichlich dazu berechtigt, ein nicht lebensfähiges und nicht lebenswertes Staatswesen zu konstruieren, erklärt Krenz nicht.

„Vier Jahre minus zwölf Tage Freiheitsberaubung liegen hinter mir“, schreibt er am Schluss und freut sich über Grußadressen von solidarischen DDR-Künstlern wie Hermann Kant, Walter Womacka, Willi Sitte und Erik Neutsch, „dessen ,Spur der Steine’ zu meiner Lieblingsliteratur gehört“. Wenn es mit dem Grenzregime schon nicht geklappt hat, hätte sich der tapfere Ex-Kader zu DDR-Zeiten ja wenigstens für die Aufhebung des Verbots von „Spur der Steine“ einsetzen können. Aber eigentlich will man mit Leuten wie Egon Krenz nicht einmal darüber mehr streiten.

info Egon Krenz: Gefängnis-Notizen. edition ost, Berlin 2009. 240 Seiten, 14,90 Euro (Von Ralf Schuler)


Ihre Meinung ist gefragt!

In diesem Forum gibt es 28 Einträge

» Veritas | 13.02.2009, 20:00

Gefängnisparadies für Krenz?


Der allerwerteste Herr Krenz hat ja nie richtig in einem Gefängnis gesessen, denn er war die meiste Zeit seiner Haftzeit im offenen Vollzug. Seine Gefängnisnotizen sind also schon im Titel die reinste Verlogenheit.

4 Jahre DDR-KZ Cottbus hätten ihm wenigsten einen ordentlichen Eindruck von seinem eigenen Regime vermitteln können. Das war nun leider nach der Wende nicht mehr möglich.

Der Herr sollte mal darüber nachdenken, dass er protzig nicht im Knast, sondern an dessen Rand eine Hetzschrift zur Beschönigung der DDR-Verbrechen und seiner eigenen schreiben durfte und damit heute auch noch die Öffentlichkeit behelligt.

In seiner hochgepriesenen DDR hätte er jedenfalls nicht einmal ein Buch schreiben dürfen, im besten Falle einen Brief innerhalb von vier Wochen, den die Stasi gründlich kontrolliert, versenden lässt oder auch nicht. Es ist einfach unglaublich, was dieser Krenz hier abzieht und abziehen darf.

Für seine Hetzschrift hätte er im umgekehrten Falle in der DDR schon wieder mindestens 5 Jahre Nachschlag bekommen. Für seine öffentliche Lesung der Hetzschrift und dabei staatsfeindliche Gruppenbildung drei Jahre, macht zusammen acht.

Werter Herr Kranz, Sie wären mit so einem Buch in umgekehrter Form in der DDR nie wieder aus dem Knast herausgekommen.

Sein Buch ist ein zynischer Dank für das Gefängnisparadies, das er genießen durfte.

Ach Egon, wie gern würde ich für Sie Bautzen oder Cottbus nochmals vier Jahre eröffnen, damit Sie dort die DDR-Strafvollzugspraxis in mindestens 12 Semestern am eignen Leibe erfahren, gründlich studieren und auswerten können.

Nur für Sie würde ich sogar nochmals Ihren Genossen Obermeister Schulz, der keinen deutschen Satz klar und richtig formulieren konnte, aber sich bestens darauf verstand Häftlinge zu schlagen, zu misshandeln und zu demütigen, den berüchtigten und verurteilten Roten Terror, RT, einstellen, damit er seine Handlungen an ihnen für ihre Studienzwecke nochmals vollzieht.

Veritas

» Veritas | 13.02.2009, 21:38

Vier Jahre und trotzdem 12 Semester?


Ja, Herr Krenz, wir würden die Studien mit Schulz (RT) etwas intensivieren, damit in 4 Jahren der Lehrstoff von 12 Semestern erfahren und vermittelt werden kann. So könnten Ihre 8 Stunden Schlafenszeit auf vier verkürzt werden. Für Sie würde Schulz dann um 22 Uhr "Nachruhe" und um 2 Uhr "Nachtruhe beenden" brüllen, und dann aber dalli, dalli, na wird's´bald, Päckchen bauen, einreißen und wieder Päckchen bauen, so oft wie es Schulz, dem "Roten Terror" gefällt. Und nicht, dass Sie gegenüber dem Roten Terror aufmucken, dann gibt es eine Tracht Prügel und wenn die noch nicht reicht, Kellerarrest. RT betreut Sie dort noch besser!

Viel Spaß und Freude dabei Herr Krenz! So wird sogar aus Ihnen noch ein großer Wissenschaftler.

Als Murxist, das ist die praktische Seite vom Marxismus, kann Ihnen den Ruf ohnehin niemand streitig machen.

Veritas

» Viktor28 | 14.02.2009, 06:56

Egon Krenz: Gefängnis-Notizen


Was schreibt dieser Mensch da eigentlich? Hat er je ein Gefängniss gesehen? Wofür geben die Leute da ihr Geld aus ...für die Lügen die dieser Mensch da reinschmiert.
Gfängnisnotitzen: stundenlanges warten das der Tigerkäfig aufgeschlossen wird und man seine Notdurft nach 8 Stunden verrichten kann,22 Stunden kein Tageslicht, Folter,Terror und und und soetwas steht nicht in seiner Schmiererei
Das Buch ist den SED Opfern eine Verspottung.Aber in der DDR Realität gewesen.
DIE TOTEN MAHNEN UNS

» Kritikus | 16.02.2009, 08:01

Hetzschwarte


was mag diese Hetzschwarte wiegen, welchen Heizwert würde sie haben? Dann würde ich eine Tonne für 20 Euro davon kaufen. :D

Kr.

» lissi | 16.02.2009, 09:03

"Hetz"schwarte


nicht ganz dicht

intellektuelle Beleidigung für den Leser.

fiesen kapitalistischen Profitorientierung

in den Kerker einfuhr

nicht lebenswertes Staatswesen

Wenn Sie das „Werk“ des Herrn Schuler meinen, haben Sie sicher recht. Wie kann man nur so haßerfüllt schreiben ? Er hat sicher nicht in der DDR gelebt und sollte sich daher verkneifen, derartige Urteile abzugeben.
Vielleicht sollte sich Herr Schuler lieber den Vertretern des Kapitalismus zuwenden, die den Zusammenbruch das Finanzsystem zu vertreten haben. Da wären o.g. Attribute angebracht.

» Kritikus | 16.02.2009, 09:35

Hetz-Schwarte !!!


Es bleibt dabei, denn Sie sollten sich mal mit dem Lug und Trug beschäftigen, den uns da Herr Krens suggerieren möchte. Er ist nun der Letzte, der Missstände in unserem Land zu kritiesieren hat. Er sollte von tiefer Dankbartkeit erfüllt sein, dass er nicht solchen Reprassalien zum Opfer fiel wie die Opfer der Diktatur, die er mit vertreten hat. Haben wir je ein kritisches Wort zu den zynischen offenen und verdeckten Foltermethoden gegen Anderdenkende von ihm gehört? Er war natürlich auch für die Reprassalien in der DDR mit verantwortlich.

Liebe Grüße vom Kritikus

» Kritikus | 16.02.2009, 09:58

Hi Lissi,


Ihnen fehlen einige Jahre Staisknast wegen eines Protestes gegen den Einmarsch der WP-Staaten 1968 in die CSSR oder aber wegen eines Sitzstreicks in der Unikirche zu Leipzig, damit die nicht gesprengt werden sollte. Ihnen fehlen einfach die Gesundheitsschäden an Nieren, Zähnen und Zahnhalteapparat, die durch diese Schergen bei den Betroffenen verursacht worden sind, - dann würden Sie anderes hier schreiben. Davon kann sich auch Herr Krenz nicht feisprechen. Er saß ja auch nicht politisch, sondern wegen rein krimineller Verantwortlichkeiten, Mauermord und so ähnlicher Dinge.

Kr.

» tvinnefossen | 16.02.2009, 15:46

Es war eine schöne Diktatir, gell lissi?


@ lissi

Kritikus hat ihnen schon sehr treffend geantwortet.

Mir will einfach nicht in den Kopf, daß es nachwievor Menschen gibt, die meinen eine menschenverachtende Diktatur schönreden zu müssen. Ein unwürdiges Gebilde in dem Lüge auf Lüge fußte und man schnell eine neue Lüge einbauen mußte um die anderen nicht einstürzen zu lassen.

Manchmal stehe ich kurz davor die Contenance zu verlieren und mein Gegenüber nur noch mit Verachtung und Geringschätzunmg bedenken zu wollen, wenn es mir erzählen will, daß "garnicht alles so schlecht war in der DDR"

Es ist mir egal, ob Herr Schuler in der DDR gelebt hat oder nicht. Wo er recht hat, hat er recht, der Artikel ist noch viel zu harmlos. Wahrscheinlich ist Herr Schuler ein ausgesprochen freundlicher Mensch.

Ich bin in der DDR aufgewachsen und war Jugendlicher als die Wende kam, und ja ich hatte eine glückliche Kindheit. Nur hatte die DDR damit nichts zu tun. Kinder waren glücklich weil sie nicht über das System nachdachten, weil alles eben so war wie es war. Erwachsen waren aus den gleichen Gründen glücklich, wann sollten sie anderes auch gelernt haben.

Ich weiß nicht was erwachsene Menschen heute noch alles brauchen um zu erkennen, daß die DDR nur eine weitere Diktatur war, in dem es sich nur schön lebte wenn man konform ging oder zumindest dem System gegenüber gleichgültig war.
Das gilt für jede Diktatur. Das macht sie auch so schön vergleichbar und erkennbar.

Ich weigere mich das Ampelmännchen als historische Leistung anzuerkennen, genauso wie den Autobahnbau und Vollbeschäftigung in verschiedenen Diktaturen. Letztendlich waren wir nicht frei, egal wie glücklich sich einige im nachhinein meinen gefühlt zu haben.

Ja, auch heute ist nicht alles ideal, aber jeder Mist hat die Chance auch ans Tageslicht zu kommen und nimmand muß dafür sterben. Selbst wenn das der einzige Vorteil dieses Systems wäre, so reicht das für mich aus um an der DDR nicht ein gutes Haar zu lassen, trotz glücklicher Kindheit.

» holge | 17.02.2009, 00:30

Es war eine schöne Diktatur, gell lissi?


Wenn ich die Kommentare hier lese wundert es mich nicht das wir "Ossis" als Hinterwältler dargestellt werden.Hier dreht sich alles nur um die Stasi als ob es nichts anderes gab.Wenn alles so schlecht war in der DDR wundert es mich schon,das alles wieder kommt was die oberschlauen West Politiker erst abgeschaft haben,Ganztagsschulen,Kündigungsschutz,Schulessen usw.ja sogar das Überwachungssystem kommt wieder.Und die Weessis tun so als wenn sie das Rad neu erfunden haben.Was ist denn nun besser geworden im goldenen Westen ?Im Osten konnte man Nachts ohne Angst mit der Bahn fahren und jetzt?Ach ja,jetzt kann man ja Reisen wo hin man will wenn man Arbeit hat.Jetzt muß ich mich Privatversichern falls ich mal krank werde sonnst zahl ich immer drauf trotz Versicherung.Es kann doch nicht ernsthaft irgendjemand glauben das sich einer von den möchtegern Politikern um die Steuerzahler kümmert.Die denken doch nur an sich(Diäten usw.).Also ist es doch sehr Hetzerich die DDR nur auf Herr Krenz und die Stasi zu reduzieren.So werden wir nie zusammen kommen aber das ist ja auch so gewollt.Im übrigen hat Lissi vollkommen Recht.

» tvinnefossen | 17.02.2009, 08:48

Worauf kommt es denn nun an??


Hallo Holge,

alle Argumente die ich hier pro-DDR lese betreffen das Haben, keine das Sein. Das verstört mich ein wenig. Es mag sein, daß sich einige dabei wohlfühlten, die Verantwortung abgenommen bekommen zu haben. Es mag sein, daß einige meinen lieber funktionierendes Glied eines Kollektivs sein sei besser als ein selbstbestimmendes Individuum. Und Holge, ja es ist meiner Meinung nach so - alles andere zählt nicht,wenn man sich die Repressalien und das menschenverachtende Fundament anschaut auf dem alles fußte. Daß für eine andere Diktatur auf deutschem Boden, in der es sich, isoliert betrachtet, sicher auch gut leben ließ, kein Argument ist, daß das Leben im Kleinen an sich für den Einzelnen, auch positive Aspekte gehabt haben kann, haben wir akzeptiert und vor allem verstanden, denn der Geist der über allen und allem schwebte unmenschlich und verabscheuungswürdig. Warum scheitert unser Verstand bei ähnlicher Sachlage bei der Betrachtung der Nachfolgediktatur? Zu wenig Tote?

Mir geht es um das Sein und nicht um Vollbeschäftigung. Und daß heute wieder Fehler wiederholt werden sollen ist kein Argument für die Fehler. Das schöne ist, daß es heute möglich ist auf politischer Ebene darüber zu streiten und wenn wir den Befürwortern dieser Fehler keine ausreichenden Mehrheiten verschaffen würden, könnten sie auch nicht begangen werden.

Falls mir die Mittel fehlen mein Anliegen deutlich rüberzubringen, hilft vielleicht ein Zitat:

"Ich denke, daß die Deutschen unter einer Krankheit leiden, die nicht nur deutsch, sondern in ganz Europa verbreitet ist, derer Symptome aber in Deutschland wegen der Vergangenheit besonders beunruhigend sind. Das Wesen dieser Krankheit besteht darin, daß sie (die Deutschen) das Haben dem Sein vorziehen und für viele das Gefühl der Sicherheit wichtiger ist als Freiheit und Demokratie".

Andrzej Szczypiorski, poln. Schriftsteller

Und genau das ist es worum es mir geht. Es ist wohl eine Frage der Grundeinstellung zum Leben.

» waschi | 17.02.2009, 11:04

DDR von außen


Zu diesem Thema empfehle ich die Kolumne von Harald Martenstein im Zeit-Magazin vom 29.01.2009. www.zeit.de

Es bedarf sicher noch einiger Jahre, um einen unverstellten Blick auf diese Zeit zu erhalten. Verklärungen einer Diktatur sind doch typisch.
Unsere Alten im Westen haben auch immer erzählt: Es war nicht alles schlecht, wenn das nur mit dem Krieg, den Juden, der Gestapo....und so weiter nicht gewesen wäre (und genau das war doch der Haken an der Geschichte).
Und bei Nachfrage: "Ihr wisst ja gar nicht, wie es war, ihr könnt nicht mitreden, weil ihr nicht dabei wart."
Vielleicht tue mich mir das Buch einmal an. Gibt es bestimmt bald im Ramsch. Erwarten wird mich jedoch diese übliche Rechtfertigungsorgie eines "Apparatschiks" nach dem Motto: "wir haben es doch nur gut gemeint, der Feind hat uns nur nicht gelassen, bis es schließlich zu ihm übergelaufen ist."

» lissi | 17.02.2009, 11:16

tvinnefossen,kritikus



Dem Einmarsch CSSR stelle ich mal die Bombardierung Jugoslawiens, die Kriege in Afghanistan und Irak aber auch Vietnam, Grenada, Panama und viele andere gegenüber mit einem feinen Unterschied , dass Kräfte in der CSSR (mag man zu ihnen stehen wie man will den Einmarsch gewollt haben)
Dem Sitzstreik in einer Kirche stelle ich mal die Sitzstreiks (und gesundheitliche Schädigungen) gegen Atomtransporte gegenüber.
Den „Berichten über den Werktätigen“ stelle ich mal die Auskundschaftung bei der Bundesbahn, Lidl usw. gegenüber . Ersteres im Namen des Volkes , letzteres im Namen des Kapitals und seiner Vertreter.
Den“Foltermethoden“ stelle ich mal Guantanamo gegenüber.
Die Grenzsicherung der DDR stelle ich der der USA an der Grenze zu Mexiko gegenüber. Auch dem Protektionismus der Wirtschaft.

Welchen Unterschied macht es im Namen einer politischen „Diktatur“ oder der Diktatur des Kapitals zu leiden ? Sie weigern sich die sozialpolitischen Errungenschaften in der DDR anzuerkennen. Ich weigere mich anzuerkennen, dass meine Steuergelder den Banken und der Automobilindustrie „zugewendet“ werden und ich weigere mich anzuerkennen , dass die immense Staatsverschuldung als historische Leistung unsere Kinder und Enkel auszubaden haben. Insofern waren dann meine Gehaltsbegrenzungen/Steuern in der DDR für den Einsatz in Kindergärten, Schulen, Kultureinrichtungen,Mieten ... doch um einiges sinnvoller. Zumindest haben diese Gelder nicht „Manager“ für ihre Boni erhalten.


„Ich bin in der DDR aufgewachsen und war Jugendlicher als die Wende kam“

„Es ist mir egal, ob Herr Schuler in der DDR gelebt hat oder nicht „

Nun ja, auch als Kind und als Beobachter von außen kann man seine Erfahrungen machen. Sie ersetzen aber nicht die Erfahrungen, die man im wichtigsten Lebensabschnitt selbst und unmittelbar macht.
Übrigends : Ich habe meine Arbeit in den 80er Jahren aus politischen Gründen verloren. Maße mir aber daraus keine gesamtgesellschaft

» tvinnefossen | 17.02.2009, 12:36

Erwiderung auf lissi Teil 1


>>Dem Einmarsch CSSR stelle ich mal die Bombardierung Jugoslawiens, die Kriege in Afghanistan und Irak aber auch Vietnam, Grenada, Panama und viele andere gegenüber mit einem feinen Unterschied , dass Kräfte in der CSSR (mag man zu ihnen stehen wie man will den Einmarsch gewollt haben)>>

Der Unterschied: In den Entsendeländern konnte und wurde dagegen demonstriert. Beim Thema Vietnam (u.a. Marsch auf Washington) hat es eine ganze Gesellschaft erschüttert und zum Umdenken bewegt. Präsident Johnson verzichtete auf eine zweite Kandidatur zum Präsidentenamt

>>Den „Berichten über den Werktätigen“ stelle ich mal die Auskundschaftung bei der Bundesbahn, Lidl usw. gegenüber .<<

Mit dem Unterschied: Das eine administrativ gewollt, das andere zumindest im rechtsfreien Raum und bei bekanntwerden für berechtigte Empörung sorgend. Was wurde während der Existenz der DDR bekannt und konnte ganz sachlich diskutiert werden?


>>Ersteres im Namen des Volkes , letzteres im Namen des Kapitals und seiner Vertreter.<<

Wie bitte? In wessen Namen? – Dreist!


Den“Foltermethoden“ stelle ich mal Guantanamo gegenüber. – ja, aber zumindest gibt es bei Guantanamo auch Bruderstaaten die dieses Unrecht offen ansprechen konnten und die dafür nicht besetzt wurden – außerdem reden wir hier über deutsche Systeme und picken uns nicht das schlechteste in aller Welt raus. In Polen zum Beispiel wurden die Attentäter des Priesters Jerzy Popiełuszko – die dem Geheimdienst angehörten - von einem real existierenden, sozialistischen, polnischen Gericht verurteilt. In der DDR hätte/hat es so was nie gegeben


>>Die Grenzsicherung der DDR stelle ich der der USA an der Grenze zu Mexiko gegenüber. Auch dem Protektionismus der Wirtschaft.<<

Also hier bleibt mir die Sprache weg, verzeihen Sie wenn ich fast verleitet werde, das als dumm und dreist bezeichnen zu wollen. Zumindest möchte ich Sie auffordern sich für dieses „Argument“ zu schämen!!


» tvinnefossen | 17.02.2009, 12:37

Erwiderung auf lissi Teil 2


Während die innerdeutsche Mauer Menschen unter Todesgefahr daran hindern sollte das eigene Land zu verlassen, soll der Grenzzaun zwischen Mexiko Menschen daran hindern die USA illegal zu betreten. Schön ist das auch nicht, aber überwindet jemand diesen Zaun wird er schlimmstenfalls zurückgeführt. Habe noch nie davon gehört, daß Mexiko auf die eigenen Landsleute schießen läst. Außerdem ist mir nicht bekannt, daß die offiziellen Grenzübergänge zwischen Mexiko und den USA nicht für Mexikaner mit gültigen Reisepapieren für ganz normale touristische Zwecke geschlossen wären. Wirklich, Schämen Sie sich!! Ihr Argument ist ein Schlag ins Gesicht für alle Angehörigen der Opfer dieser Grenze!

>>Welchen Unterschied macht es im Namen einer politischen „Diktatur“ oder der Diktatur des Kapitals zu leiden ?<<

Der Unterschied ist klein aber fein, Bespitzelung ist immer verabscheuungswürdig. Allerdings ist es heute so, daß es in diesem System zum einen möglich ist, darüber kritisch zu berichten und zum anderen dadurch, wie gerade geschieht, juristisch nachgebessert wird. Wärend das eine ein Auswuchs von Profitgier ist, war das andere systemimmanent – für mich ist die Motivation zur Beurteilung von Fehlentwicklungen in Gesellschaftssystemen dringend zu berücksichtigen. Bei dem einen sind es, wie gesagt, Fehlentwicklungen die das System (manchmal vorrübergehend) zuläßt. Bei dem anderen sind diese Fehlentwicklungen Systemvorraussetzung – daher meine Anmeigung dagegen.

>> Sie weigern sich die sozialpolitischen Errungenschaften in der DDR anzuerkennen.<< –
Aus Gründen der oben erwähnten „Motivation“ weigere ich mich tatsächlich diese Zuckerbrote als Errungenschaft anzuerkennen. Da für mich nicht nur wichtig ist ob etwas geschieht, sondern genauso wichtig ist, warum etwas geschieht.



» sterni | 17.02.2009, 13:26

Stimmt, kann man nicht vergleichen


...weil es nur 1065 Grenz- und Mauertote in 28 Jahren gab.
Aber an der Grenze USA-Mexiko starben in nicht mal 17 Jahren 3000 Menschen. 2007 waren es insgesamt 520. 2008 waren es bestimmt nicht weniger.

Ach so, und wenn hier nur "deutsche Systeme" verglichen werden sollen, dann sage ich nur:
"6 Millionen" und meine damit keine VW-Käfer.

» tvinnefossen | 17.02.2009, 13:55

sterni


Das ich mich gegen massenmordende Systeme wende habe ich ja wohl deutlich gemacht. Und das die Systeme des Dritten Reiches, der DDR und der Bundesrepublik drei verschiedene Systeme sind ist wohl auch nicht Gegenstand irgendeiner Diskussion, oder? Was soll das jetzt den Holocaust des Dritten Reiches zu zitieren? Sind ihnen die geeigneten Argumente für das eigentliche Thema ausgegangen?

Interessant finde ich eben, daß die DDR-Liebhaber daß Dritte Reich genau so bewerten wie ich, bei der Bewertung Ihrer Lieblingsdiktatur aber komplett auf der anderen Seite stehen. Aber wissen Sie was das schöne daran ist? In diesem System darf das sogar so sein, toll nicht? - Auch eine Freiheit die es in der Lieblingsdiktatur nicht gab!

Aber wissen Sie was das Beste an Ihrer Argumentation zum thema Mexiko ist? Sie folgt der Logik der DDR-Medien (...wes Geistes Kind...), denn während für Ihre "nur 1065" Mauertoten (welch ein Hohn für die Opfer!!)der Tod als Ergebnis eines Fluchtversuches quasi als Option durch das DDR-System vorgegeben war. Sterben die meisten Mexikaner eben nicht durch Todesschüsse (die gibt es nicht), sondern durch Verdursten oder Ertinken oder anderen Unfällen ohne aktive Fremdeinwirkung. Genauso schrecklich und unwürdig aber doch was anderes. Und wissen Sie was: Noch zu Lebzeiten des Systems dürfen sich Anhänger des Systems ungestraft darüber aufregen und Änderungen herbeiführen wollen. Außerdem wissen Sie genau so gut wie ich, daß es zwar auch diesen Grenzzaun gibt, der größte Teil der Grenze aber aus natürlichen Hindernissen (wie z.B. Wüsten)besteht. Also was soll das? Einfach mal etwas behaupten, wird schon gutgehen, oder was?

Ich habe nichts dagegen, daß es Menschen gibt die ein System verändern wollen. Selbst ein anderes System zu wollen ist legitim und muß den Menschen zugetsanden werden. Aber ausgerechnet für diesen Versuch das zweitmieseste System der Neuzeit auf deutschem Boden zu zitieren ist armselig und macht Angst.

» lissi | 17.02.2009, 23:39

Aw. tvinnefossen


Wikipeda:
„Der bestehende Grenzzaun wird auf Beschluss des Senats der Vereinigten Staaten vom Mai 2006 hin endgültig durchgehend gebaut. Bis zum Ende der Bauarbeiten und der Verdopplung der Einsatzstärke der United States Border Patrol (Grenzschutz) übernimmt die Nationalgarde die Sicherung der Grenze mit ungefähr 6.000 Mann. Felipe Calderón verglich den Ausbau der Grenzanlagen mit der Berliner Mauer und auch Amnesty International kritisierte den Bau.“
Ich frage mal Herrn Calderon, den mexik. Präsidenten, ob er sich mit mir über den Vergleich auch schämt

Oder Israel und Palästina !!!!

Auch bei der Berliner Mauer konnten offiz. Grenzübergänge mit gültigen Reisepapieren passiert werden – nicht nur an der amerikanischen. Im übrigen vergleichen Sie mal die derzeitigen amerikanischen Einreisebestimmungen nicht nur für die Mexikaner.
Ansonsten lese ich von Ihnen immer nur , man kann demonstrieren, empört sein, offen ansprechen.

Auch lese ich:
„Wärend das eine ein Auswuchs von Profitgier ist, war das andere systemimmanent – für mich ist die Motivation zur Beurteilung von Fehlentwicklungen in Gesellschaftssystemen dringend zu berücksichtigen. Bei dem einen sind es, wie gesagt, Fehlentwicklungen die das System (manchmal vorrübergehend) zuläßt „

Da hat das System derzeit aber eine sehr teure Fehlentwicklung zugelassen für die der Steuerzahler nun bluten muß. Profiterzielung ist „dem“ System nun einmal immanent, dass sagte schon Marx . Mir scheint, Sie lassen sich zu sehr von norwegischen Wasserfällen inspirieren .

» sterni | 18.02.2009, 00:13

Genau richtig, aber irgendwie auch nicht.


Schwarzbücher sind nur für revanchistische Personen. Keine Todeszahlen sollten für irgendwelche Propaganda dienen.
Aber ich musste mal etwas sagen zur Relation.
Andererseits sind die Anzahl der Mauertoten absolut belanglos gegenüber anderer ideologischer Ausrottungen, ethnischer Säuberungen usw. Wie jetzt am Beispiel der Prozesse in Kambodscha gegen die Roten Kmer.
Die DDR ist wirklich nicht mit dem Dritten Reich vergleichbar.
Aber was war für Sie jetzt das „zweit mieseste System“ auf deutschem Boden?

So fertig mit den Schmeicheleien, wenn ich Sie überhaupt richtig verstanden habe.
DDR-Bürger waren keine Lemminge, die zur Mauer rannten und totgeschossen wurden. Die Meisten (99,9999%) haben sich mit dem System arrangiert und lebten ihr Leben. Die DDR war kein GULAG. Und mit Messer und Gabel gegessen haben wir auch. Es gab auch keine Killing Fields. Die Masse der Opfer geht auf das Konto der SU zwischen 1945-50. Da sind die Unschuldigsten Mitläufer, Sympathisanten und einfachen Menschen umgekommen.
Ich sage nur Buchenwald nach 1945.

Und was wollen Sie sagen mit „Systemveränderung“? Natürlich geht das nur durch Gewalt oder durch Beeinflussung im demokratischen Entscheidungsprozess.
Deshalb, denke ich, ging es in einem nicht wirklich demokratischen System wie der DDR nicht demokratisch. Aber eine revolutionär-militaristische Bewegung a la Kuba konnte sich etablieren, weil es durch den persönlichen Wohlstand getragen wurde.
In der DDR gab es keine Schicht, die ums nackte Überleben kämpfte. Es ging nur um Ideale der Teilhabe, und die stelle ich den Mauerflüchtlingen sogar in Frage.
Wo wollten Sie diese einfordern? Etwa aus dem Westen. Toll. Ich erobere ja auch nicht den Mond, indem ich in der Lausitz ein Biwak aufschlage.

» sterni | 18.02.2009, 00:22

hubs habe ein "nicht" vegessen


Aber eine revolutionär-militaristische Bewegung a la Kuba konnte sich "nicht" etablieren, weil es durch den persönlichen Wohlstand getragen wurde.
In der DDR gab es keine Schicht, die ums nackte Überleben kämpfte. Es ging nur um Ideale der Teilhabe, und die stelle ich den Mauerflüchtlingen sogar in Frage.
Wo wollten Sie diese einfordern? Etwa aus dem Westen. Toll. Ich erobere ja auch nicht den Mond, indem ich in der Lausitz ein Biwak aufschlage.
So, ich glaube, keine weiteren inhaltlichen Fehler verbreitet zu haben. sorry.

» Kritikus | 18.02.2009, 07:18

Ihre Gegenüberstellungen hinken


lissi | 17.02.2009, 11:16

Zeigen Sie mir mal jemanden, der wegen der Kritik zum Jugoslawienkrieg oder zum nun glücklicherweise verflossenen Bush-Spuk hierzulande für Jahre in ein Zuchthaus gekommen wäre, um danach über Jahrzehnte diskriminiert und bedroht zu werden.

Gehen Sie also bei den Ereignissen ruhig zurück um Jahrzehnte, bis auf wenige Einzelbeispiele werden Sie solche Erscheinungen in der Bundesrepublick Deutschland nicht finden.

Vielleicht sind Sie ja noch sehr jung und konnten die Ereignisse früher nicht persönlich erleben. Es gibt aber auch Menschen, die jede Unmenschlichkeit in der DDR einfach verdrängen und der Meinung sind, dass gegen den "Klassenfeind" jedes Mittel gut ist.

Kritikus

» Kritikus | 18.02.2009, 07:31

Stasi oder SED?


holge 17.02.2009, 00:30

Schon der Ansatz ist falsch,den alle Macht ging von der SED aus, und die Stasi war das "Schild und Schwert der Partei". Die Blockflötten hatten leglich im Chor mitzusingen, wer sich quer stellte, wurde elemiert, - oft auch grausam. Das System war in sich äußerst korrupt und oft hochkriminell.

Kritikus

» lissi | 18.02.2009, 18:44

Kritikus


Kritikus, in der Schule würde man sagen – Thema verfehlt, 5 , setzen. Holge hat weder von der Macht der SED , noch den Blockflöten geschrieben. Er schrieb vielmehr über Diäten der jetzigen Politiker, sozialen Bedingungen der jetzigen Republik usw. Und wenn Sie dazu etwas sagen möchten , wäre das der richtige Ansatz. Wenn Sie mit jemanden diskutieren möchten, dann tun Sie dies auf der Basis der Argumente und vermeiden eine persönliche Ansprache und Vermutungen und weisen Diskutanten nicht auf die vermeintliche Richtigkeit
I h r e s „Ansatzes“ hin. Dies sieht ganz nach Bevormundung aus und das kritisieren Sie ja (tw. berechtigt) an den Funktionsträgern der DDR. Wenn Sie glaubhaft sein wollen , dann stellen Sie sich nicht auf eine Stufe. Und:
Ein System ist ein nach Prinzipien geordnetes Ganzes. Korruption (lat. corruptus – bestochen) im juristischen Sinn ist der Missbrauch einer Vertrauensstellung in einer Funktion in Verwaltung, Justiz, Wirtschaft. Wie kann nun ein solches Ganzes bestechlich sein. Wer hat Ihrer Meinung nach nun das System der DDR bestochen ? Doch nicht etwa F.J. Strauß mit seinem Kredit? Also bitte überlegen was man schreibt.

„Vielleicht sind Sie ja noch sehr jung und konnten die Ereignisse früher nicht persönlich erleben.“

Ich vermute und unterstelle auch Ihnen nichts , weder Ihr Alter noch Ihre Erlebniswelt.

» Kritikus | 18.02.2009, 20:00

Hier geht es aber um Herrn Krenz und den DDR-Machtapparat!


Deshalb sage ich mal zu Ihnen: Setzen, "Sechs"!

» Kritikus | 18.02.2009, 20:26

Es gab Meinungsfreiheit in der DDR ?


tvinnefossen | 17.02.2009, 13:55

"Interessant finde ich eben, daß die DDR-Liebhaber daß Dritte Reich genau so bewerten wie ich, bei der Bewertung Ihrer
Lieblingsdiktatur aber komplett auf der anderen Seite stehen. Aber wissen Sie was das schöne daran ist? In diesem System darf das sogar so sein, toll nicht? - Auch eine Freiheit die es in der Lieblingsdiktatur nicht gab!"

Wer bereit war für eine Meiung ins politische Zuchthaus zu gehen, der hatte Meinungfreiheit selbst in der DDR, man hatte nur in der "Verfassung der Deutschen Demokratischen Republk" vergessen hinzuzufügen, dass es dafür Zuchhaus und lebenslange Repressalien gibt. Fand man keine strafrechtlich relvanten Äußerungen, dann wurden sie zusammengebastelt und mittels falscher Zeugen belegt. Im besten Falle landete jemand im Freikauf, im schlechtesten in der Leipziger Genickschusszelle.

Kritikus


» jahrgangddr | 25.02.2009, 10:41

Egon Krenz sagt nicht die Wahrheit


Haben einige der SED –KADER und DDR –Nostalgen die Verbrechen
des DDR – Regimes vergessen, die unbestreitbaren Menschenrechtsverletzungen, die das SED-Regime zu verantworten hat?
Ich erinnere hier nur an die Zwangkollektivierung der Landwirtschaft, die Zwangvereinigung der KPD mit der SPD zur SED. Die Verfolgten und Ermordeten die für die wahren sozialistischen Ideale gekämpft haben. Hier nur einige Beispiele dafür:
Wolfgang Leonhardt, Leo Bauer, Milovan Djilas,. Oder die versucht haben etwas zu ändern, wie Robert Bialek, Walter Janka, Rudolf Bahro, Alexander Dubcek oder Imre Nagy. Sie und viele andere haben dies mit jahrelanger Gefangenschaft oder mit dem
Leben bezahlt.
Die Ursachen für das Scheitern der DDR liegen nun mal im Sozialismus Stalinscher- oder auch Politbüro- Prägung der DDR, der nicht funktionieren konnte,
Die DDR war ein in sich selbst zerstörendes System durch die Despotie der Parteiführung der SED, durch die systematische Bespitzelung ihrer Bürger, durch Rechtlosigkeit und Gewalt gegenüber politisch Andersdenkenden. Hier ist Aufarbeitung und Aufklärung erforderlich, dann kann man auch über die vielen positiven Seiten aus dem DDR – Alltagsleben der DDR-Nischenbürger reden.
DIE FRIEDLICHE WIEDERVEREINIGUNG DEUTSCHLANDS IST EIN ZEICHNEN DAFÜR, DASS DEUTSCHLAND AUS DEM DUNKELSTEN KAPITEL DER JÜNGSTEN GESCHICHTE DIE RICHTIGEN LEHREN GEZOGEN HAT.ES IST AUCH EIN BEWEIS DAFÜR; DASS DIE EHEMALIGE DDR FÜHRUNG NICHT MIT NAZIDEUTSCHLAND VERGLEICHBAR IST.IN IHR WURDE GEWALT UND DIKTATUR GEGENÜBER ANDERSDENKENDEN SIGNIFIKANT ANDERS AUSGEÜBT.

» Veritas | 25.02.2009, 19:12

Warten wir noch ein Weilchen,


dann erzählt uns Krenz, dass er völlig unschuldig politisch in der Bundesrepublik Deutschland gesessen hat. Der Mann ist an Zynismus und Frechheit nicht zu übertreffen.

Gefängsnis-Notizen, geschrieben im offenen Vollzug, - dieser Mann sollte sich einfach nur noch schämen! Vergesst niemals die Stasifolterhöllen, für die auch Krenz verantwortlich war!

Veritas

» Streghetti | 26.02.2009, 18:55

Herrliche Zeiten


Nach 1918 waren viele Deutsche überzeugt, der erste Weltkrieg sei unentschieden ausgegangen.
Nach 1945 waren viele Deutsche überzeugt, Adolf sei doch gar nicht so schlecht gewesen, vom verlorenen Krieg und der Überreaktion bei den Juden mal abgesehen.
Nach 1989 sind viele Deutsche überzeugt, die DDR sei ein Paradies ohne Neonazis gewesen, und an der Grenze sei mit Halloren-Kugeln geschossen worden.
Solange keine Hirnzellen implantiert werden können, ist daran nichts zu ändern.
Witzig immerhin, dass zwischen böser SS (Günter Grass) und guter SS (Strittmatter) unterschieden wird

» Veritas | 27.02.2009, 07:26

Im Wandel der Zeit?


Zitat von Streghetti | 26.02.2009, 18:55

"Solange keine Hirnzellen implantiert werden können, ist daran nichts zu ändern.
Witzig immerhin, dass zwischen böser SS (Günter Grass) und guter SS (Strittmatter) unterschieden wird." Ende des Zitats

Da ist nur die halbe Wahrheit, den jedes Nachkriegskind weiß, dass die Alten im Osten von 1945 bis ca. 1963 bei jeder Gelegeheit nur einen Satz drauf hatten: "Das ist heute nicht anders als früher, was früher braun war ist heute rot." Was sich heute demokratisch gibt war früher häufig fanatisch rot und noch früher also braun, dabei wurde im Westen die Farbe rot eben nur übersprungen.

Der Drang zum jeweiligen Fressnapf macht das möglich. Man hat aus zwei Weltkriegen und der Zeit danach fast nichts gelernt. Das Recht auf Anpassung, egal woran, hat hierzulande mehr Berechtigung als jegliches Menschenrecht. War oder ist das Verbrechen staatsdominant, hat auch jeder das Recht sich dem Verbrechen anzupassen. Das ist leider keine Faschingsbotschaft.

Veritas

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