BELZIG - Die Idee ist nahezu 20 Jahre alt. Jetzt hat der Bau eines Geh- und Radweges in der Brücker Landstraße in Belzig zumindest auf dem Papier Gestalt angenommen. Die Pläne des Beelitzer Ingenieurbüros IBS für das Projekt liegen vor. Es soll in den nächsten beiden Jahren umgesetzt werden.
Auf rund anderthalb Kilometern Länge werden Radler und Fußgänger künftig ungefährdet und bequem die frühere Bundesstraße 246 benutzen können. Weil diese nach der Einweihung der Umgehung entwidmet wurde, ist laut Bauamtsleiter Christoph Grund jetzt die Stadt Belzig für das Vorhaben zuständig.
Ein Herzstück der Bauarbeiten wird ein neuer Kreisverkehr. „Er soll an der jetzigen Kreuzung mit dem Abzweig zum Gewerbegebiet in Höhe der Aral-Tankstelle und des Technologie- und Gründerzentrums entstehen“, erklärte Planerin Claudia Mallon am Montagabend im städtischen Bauausschuss. Die bestehende Kreuzung werde abgerissen und die Fahrbahndecke erneuert, sagte sie. Die Schlängellinien am TGZ sollen ebenfalls wegfallen. Sie hätten ohnehin nur gestalterischen Charakter, erklärte Christoph Grund. Der Verkehrsknoten an der Kreuzung der Brücker Landstraße mit dem Schwanebecker Weg und der Goethestraße soll ebenfalls durch einen Kreisverkehr entwirrt werden. Hier ist die Trennung von Fuß- und Gehweg vorgesehen.
Der rund zweieinhalb Meter breite Weg wird an der Einmündung der Niemegker Straße beginnen und in Richtung Umgehung zunächst auf der nördlichen Seite der Brücker Landstraße verlaufen. Nach dem ersten neuen Kreisel ist ein Wechsel auf die Süd-Seite geplant. Regenentwässerungen und Stützmauern sollen ebenfalls errichtet werden. Zum Netto-Markt soll eine Linksabbiegerspur führen. Für Fußgänger haben die Planer drei Querungen vorgesehen.
Rund 100 Bäume müssen dem neuen Weg weichen. „Sie werden an anderer Stelle als Ausgleich wieder gepflanzt“, sagte Christoph Grund.
Bisherige Schätzungen gehen von rund 290 000 Euro Kosten für den Bau des Geh- und Radweges aus. Hinzu kommen die Aufwendungen für die beiden neuen Kreisverkehre von 200 000 Euro und 124 000 Euro sowie die Fußgängerquerungen von noch einmal rund 126 000 Euro. Die neue Straßenbeleuchtung wird mit nahezu 70 000 Euro zu Buche schlagen. „Der Grundstückserwerb muss ebenfalls noch finanziert werden“, erklärte Bauamtsleiter Grund. Die Gesamtkosten für das Vorhaben gab er mit rund einer Million Euro an. Die Anlieger sollen mit Ausbaubeiträgen an dem Vorhaben beteiligt werden. „Wie hoch, wird die Diskussion ergeben“, so Grund.
Der Bauausschuss empfahl die Pläne mehrheitlich. Die Mitglieder bestanden jedoch darauf, dass an Stelle der ursprünglich drei jetzt nur noch zwei Fußgängerüberwege angelegt werden. Das letzte Wort haben nun die Stadtverordneten. Stimmen sie am 30. März dem Haushaltsentwurf für das laufende Jahr zu, stehen rund 30 000 Euro für die Projektplanung zur Verfügung. „Für die kommenden beiden Jahre werden dann die Baukosten im Haushalt berücksichtigt“, kündigte Bürgermeisterin Hannelore Klabunde (parteilos) gestern an. Das Vorhaben sei zu 75 Prozent förderfähig. „Der Antrag wird jetzt gestellt“, sagte sie. (Von Hermann M. Schröder)