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27.02.2009

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ARBEITSMARKT: Zahl der Arbeitslosen steigt wieder auf über 3,5 Millionen

Agenturchef Weise: Kurzarbeit verhindert Entlassungen

BERLIN - Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Februar um 63 000 auf 3,552 Millionen gestiegen. Das ist der stärkste Anstieg in einem Februar seit dem Krisenjahr 2005. Gebremst worden sei der Anstieg jedoch durch die starke Nutzung der Kurzarbeit, sagte gestern Frank-Jürgen Weise, Chef der Bundesagentur für Arbeit. Die Arbeitslosenquote stieg dennoch von 8,3 auf 8,5 Prozent. In Brandenburg waren 186 000 Menschen ohne Arbeit, 2000 mehr als im Januar.

Im Dezember erhielten bundesweit 201 000 Beschäftigte in 17 000 Betrieben konjukturelles Kurzarbeitergeld. Mit einem weiteren Anstieg ist zu rechnen. Im Februar wurde nach Schätzung der Bundesagentur für weitere 620 000 bis 670 000 Beschäftigte Kurzarbeit beantragt.

Die Kurzarbeit erfülle ihr Ziel, Entlassungen zu verhindern, so Weise: . „Es gibt überhaupt keine Anzeichen für Massenentlassungen.“ Trotz Rezession rechnet die Bundesagentur damit, dass die Arbeitslosigkeit unter der Marke von vier Millionen bleiben wird. Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) zeigte sich optimistisch: Durch das Konjunkturpaket II seien die Voraussetzungen für eine Trendumkehr gegeben. Die Unternehmen forderte er auf, Qualifizierungen in der Kurzarbeit zu nutzen, um besser für den Aufschwung gerüstet zu sein.

Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland sank erstmals seit März 2008 wieder unter 40 Millionen. Im Januar gingen 39,8 Millionen Menschen einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nach. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) forderte angesichts der Zahlen eine Nachbesserung beim Krisenmanagement. Vorstandsmitglied Claus Matecki regte die Aufstockung der Abwrackprämie, die Ausgabe von Konsumschecks und erhöhte Hartz IV-Sätze an. Die Linke forderte einen „Schutzschirm für Beschäftigte“. Dazu gehörten die Verlängerung des Arbeitslosengeldes I sowie die Schaffung von bis zu einer Million Arbeitsplätzen im öffentlichen Sektor. (Von Ulrich Nettelstroth)


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In diesem Forum gibt es 1 Eintrag

» Betroffener | 27.02.2009, 13:51

Interessante Zahlen - und der Hintergrund wird immer schwammiger


Schaut man sich die von der BA herausgegebenen Daten näher an, fällt einem auf, daß kaum noch absolute Werte benannt werden, sondern man sich auf Zu- und Abgänge und Veränderungswerte zurückzieht - um die echt grausamen Werte zu verschleiern.

Oben berichtet Herr Nettelstroth von 3,552 Mio Arbeitslosen aus der offiziellen Statistik.

Erst gestern bemängelte die BA öffentlich wg. des nötigen Umbaus der JobCenter aufgrund des BVerfG-Urteiles, dass dieser schnell gehen müsse, um die Betreuung der 7 (sieben) Mio ALG2 (SGBII) Empfänger nicht zu gefährden. Und da sind die ALG1 (SGBIII) Empfänger und auch die Kurzarbeiter noch gar nicht mitgezählt. Die ALG1-Bezieher werden (hochgerechnet mit 1,232 Mio angegeben - ohne Weiterbildungen! oder die 132.000 über 58-jährigen).

Zählt man das alles zusammen kommen da locker 8,5 Mio Menschen ohne Arbeit bei raus, bei denen noch die vielen Kurzarbeiter (deren Anzahl auch verschwommen deklariert wird) hinzu kommen mit knapp 450.000 Menschen - die wohl bald zu den ALG1- und ALG2-Empfängern zählen werden.

Dann gibt es noch rund 1,9 Mio Empfänger von "echter" Sozialhilfe, die natürlich überhaupt nicht auftauchen und nicht arbeitslos gezählt werden. Macht dann fast 11 Mio Menschen, die ohne eigenes Einkommen aus Arbeit am staatlichen Tropf hängen - also mehr als jeder 7. Bürger von den über 80 Mio. Bricht man das auf die Zahl der Erwerbstätigen mit knapp 40 Mio herunter, ist es jeder 5. Bürger - also rund 20%.

Ich würde mir wünschen, daß die Medien Statistiken und Zahlen nicht einfach nachplappern, sondern auch gezielt hinterfragen und durchleuchten - um damit ihrer Aufgabe als Kontrolleure der Regierung(en) zumindest etwas deutlicher nach zu kommen.

Die Zahlen liegen ja einigermassen offen - man muß sie nur richtig interpretieren (wollen) und in die korrekten Zusammenhänge bringen.
So schwer kann das doch nicht sein - oder doch liebe Redaktion?

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