Auch in den hintersten Winkeln Brandenburgs sollen bis Ende 2009 leistungsfähige Internetanschlüsse bereitstehen, so das ambitionierte Ziel der Landesregierung. Per Rundfunkfrequenzen will man es erreichen, und sofern das Wittstocker Pilotprojekt keine bösen Überraschungen birgt, dürften die „weißen Flecken“ auf der Breitbandkarte in der Tat bald verschwinden. Zumindest für einige der betroffenen Brandenburger. Vorerst. Denn „leistungsfähig“ ist im Cyberspace ein ebenso dehn- wie wandelbarer Begriff. Zwei Megabit erreicht man über eine Rundfunkfrequenz – bestenfalls. Für den „normalen Nutzer“ sei das ausreichend, erklärte Clemens Appel jetzt.
Der freiberufliche Architekt, der Entwürfe per Internet verschicken muss, ist demnach nicht „normal“, sofern er auf dem Land wohnt. „Normal“ ist der gelegentliche Hobby-Nutzer. Aber auch nur, solange er nicht auf die Idee kommt, eine „unnormale“ Webseite mit Bild-, Audio- und Videodateien aufzurufen. Derer wird es in absehbarer Zeit immer mehr geben. Die Landesregierung sollte sich jetzt schon darauf einstellen. Dass Brandenburger Landstriche weiter veröden, wird sonst irgendwann ganz normal sein.