POTSDAM / INNENSTADT - Rund 15 Studenten der Fachhochschule Potsdam werden demnächst nach Köln fahren. „Wir werden gemeinsam mit anderen Unterstützern und Angestellten des Stadtarchivs helfen, die riesigen Schuttberge auf der Suche nach den wertvollen Dokumenten zu sichten“, sagte Sebastian Post, der die spontane Hilfsaktion der Studenten angeschoben hat. Neben etlichen zukünftigen Archivwissenschaftlern werden auch Bibliotheks- und Dokumentationsstudenten an den Rhein reisen. „Fast alle Fachsemester werden vertreten sein“, sagte Hans-Christoph Hobohm, Dekan der Fachhochschule. Wie er unterstützen verschiedene Dozenten das Vorhaben der Studenten.
Zunächst stehen die Studenten, die teils bereits am Tag des Unglücks über verschiedenen Internetplattformen ihre Hilfe angeboten hatten, auf Abruf bereit. „Wir werden informiert, wenn die Kölner Verantwortlichen uns benötigen“, sagte Post. Die Behörden am Rhein sind besonders froh über die Hilfe von der Havel, weil die Studenten Fachkenntnisse mitbringen. „Mit dem Material muss verantwortlich umgegangen werden“, sagte Hobohm. „Geburtsurkunden, Taufregister, Nachlässe von Personen der Zeitgeschichte wie Schriftsteller Heinrich Böll etwa – im Archiv lagerten etwa 2000 Jahre unschätzbarer Kulturgeschichte. Das sind sensible Daten.“ Post und seine Mitstreiter wissen bereits ungefähr, was sie erwartet: „In großen Hallen werden die Schuttberge per Hand sortiert. Wir werden die Materialien je nach ihrem Zustand ordnen. Nasse Dokumente werden eingefroren. Sehr langsam, über einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren, wird ihnen dann die Feuchtigkeit wieder entzogen.“
Zunächst geht die Gruppe davon aus, einige Tage in Köln zu verbringen. „Länger hält man das kaum durch“, sagte Post, der für die uneigennützige Hilfe sogar seine Diplomarbeit aufschiebt. „Die Kollegen aus Köln sind bereits ausgelaugt, wie wir erfahren haben. Vielleicht helfen wir dann lieber später ein zweites Mal.“ Hobohm kann sich sogar vorstellen, dass Projektarbeiten des demnächst beginnenden Sommersemesters an den Rhein verlagert werden. Für ihn ist der Einsturz eine Mahnung: „Vielleicht setzt jetzt in der Öffentlichkeit ein Lerneffekt ein, der verstehen lässt, welch ein wichtiges Kulturgut Archive sind.“
Während die aktuellen Studenten sich auf die Reise vorbereiten, ist derzeit noch unklar, wie es zwei Absolventen der Fachhochschule Potsdam geht, die mittlerweile am Stadtarchiv Köln angestellt sind. „Die Archivwelt ist relativ klein“, sagte Hobohm, der selbst aus Köln stammt. „Man kennt sich. Wir haben gezittert und haben wohl großes Glück gehabt, dass wahrscheinlich nur zwei Tote zu beklagen sind.“ Während Angestellte der Fachhochschule per E-Mail in Kontakt mit Angehörigen von Elisabeth Tharandt stehen, konnte auch der für die Koordinierung der Rettungsarbeiten in Köln Verantwortliche nichts über Peter Bergmann-Franke sagen. Beide, Tharandt und Bergmann-Franke, hatten nach einem Studium und der Promotion eine Zusatzausbildung an der Fachhochschule absolviert. „Elisabeth Tharandt arbeitet regelmäßig in Nachtschichten bei der Dokumentensicherung“, hieß es aus Köln. Sie soll noch am Tag des Einsturzes im Archiv-Gebäude gewesen sein. (Von Sebastian Scholze)
Nur noch wenige Wochen, dann sind die Tage wieder länger als die Nächte. Der Abgesang des Winters wird am Himmel durch einen gut zu beobachtenden Wettlauf zwischen den Planeten Venus und Jupiter begleitet. Auch Mars und Saturn sind zunehmend besser zu sehen. Und man kann den Orionnebel genauer beobachten, ein Lieblingsobjekt der Hobby-Astronomen. Denn man schaut in einen „Kreißsaal“ für Sterne.
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