HERRENHÖLZER - „Der Spargel überrennt uns“, beschreibt Ekhard Wolter die Lage auf den Äckern bei Bensdorf. Am Montag haben seine Leute die erste Tonne des Edelgemüses von den Feldern geholt. Eine Menge, die sich täglich verdoppeln wird. Hält das milde Wetter an, sind über Ostern zehn Tonnen Spargel am Tag drin. Mit dieser Explosion der Natur haben selbst Profis unter den Spargelbauern nicht gerechnet. Kein Wunder, der Frühling war stark unterkühlt an den Start gegangen.
Inzwischen jedoch hat reichlich Sonne die Erde unter den Folientunneln aufgeheizt. Gestern las der Betriebsleiter des Gutes Herrenhölzer im Wurzelbereich der Pflanzen eine Bodentemperatur von 22 Grad auf dem Thermometer ab. Da kennt der Spargel kein Halten mehr. Das ist momentan gut fürs Geschäft. Im Herrenhölzer Hofladen kann das Edelgemüse ab sofort gekauft werden. Es ist reichlich da. Die teuerste Sorte für derzeit 10 Euro das Kilo. Großkunden in Hamburg, Kiel und Dresden reißen den Bensdorfern den Spargel für 12 Euro aus den Händen. Noch. Sollte das Wetter so mild bleiben, rechnet man in der Branche nach Ostern mit einem massiven Spargelaufkommen. Dann dürften sich die Preise bald auf niedrigerem Hochsommerniveau einpegeln. Teurer als in den Vorjahren soll der Spargel jedenfalls nicht werden.
Das wichtige Ostergeschäft will sich das Gut Herrenhölzer nicht entgehen lassen. In aller Eile werden noch bis zu den Feiertagen Stände in der Region aufgebaut. Händeringend werden Erntehelfer angeheuert. Neben einheimischen, polnischen, ungarischen und rumänischen Saisonkräften erwartet man erstmals bulgarische Arbeitskräfte. In Spitzenzeiten werden es wieder über 300 Helfer sein, darunter 130 Deutsche – so viel wie noch nie. „Wer sich über Ostern Geld verdienen will, kann sofort anfangen“, sagt Betriebsleiter Wolter. Wird derzeit auf zehn Hektar unter Folie geerntet, erweitert sich der Aktionsradius der Saisonarbeiter bei warmem Wetter schnell auf 50 Hektar und mehr. Insgesamt hat das Gut 130 Hektar in der Spargelkampagne 2009. Im Juni schließt sich auf vier Hektar die Erdbeerernte an. (Von Frank Bürstenbinder)