JOHANNESBURG - Während beim ANC die neue Regierung zusammengestellt wird, planen die Staatsdiener bereits den Jubel: Zehn Luxushotels wurden nach Medienberichten gebucht, um die Schar der erwarteten ausländischen Staatsgäste bei der Vereidigung des neuen Präsidenten am 9. Mai unterzubringen. Rund 80 000 Zuschauer sollen kommen – den Steuerzahler am Kap wird die Jubelfeier nach Behördenschätzungen rund 75 Millionen Rand (6,5 Millionen Euro) kosten.
Der bisher so heftig von Skandalen umwitterte ANC-Chef und designierte Präsident Jacob Zuma nahm bereits unmittelbar nach der Verkündung des Wahlergebnisses Maß und präsentierte sich als künftiger Staatschef. Präsident aller Südafrikaner wolle er sein – auch derjenigen, die ihn nicht gewählt haben. Schlendrian im Staatsbetrieb werde nicht mehr toleriert, die Versprechungen aus dem Wahlkampf würden eingehalten. Doch das dürfte angesichts der wirtschaftlichen Lage schwieriger werden als bisher dargestellt. Ohne eine massive Verschuldung des Staates dürften die versprochenen Wohltaten nach Ansicht von Ökonomen kaum zu finanzieren sein. Nach dem Konfetti-Regen kommt nun erst einmal der Alltag.
Medienberichten zufolge hat Zuma bereits mit der Zusammenstellung des künftigen Kabinetts begonnen. Glaubt man den Insidern, wird der wegen seiner bisherigen Politik mit Lob aus dem In- und Ausland reichlich überschüttete Finanzminister Trevor Manuel Chef der staatlichen Planungskommission. Diese neu geschaffene machtvolle Instanz soll künftig die Staatsgeschicke mitlenken. Doch dieser Posten dürfte wohl noch die einfachste Besetzung gewesen sein. Denn die Bündnisgenossen von der Kommunistischen Partei wie auch des Gewerkschafts-Dachverbands Casatu erwarten nun Dankbarkeit für die bisherige Loyalität, mit der sie Zuma um alle Klippen seiner Justizprobleme und Skandale begleitet haben.
Und das war ein langer Weg. Nach einem Prozess wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung – er endete mit einem Freispruch – hatte Zuma kaum noch etwas zu lachen. Öffentlich wurde er von den Medien lächerlich gemacht. Durch seine umstrittenen Aussagen in diesem Prozess hatte er nicht nur Frauenrechtlerinnen auf die Barrikaden gebracht, sondern auch Südafrikas Star-Karikaturisten Jonathan Shapiro inspiriert. In Anspielung auf Zumas Äußerungen, dass er nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr mit einer HIV-positiven Frau als Vorsichtsmaßnahme ja geduscht habe, zeichnete er Zuma fortan nur noch mit einer Dusche auf dem Kopf. Das brachte ihm nicht nur eine Klage Zumas, sondern auch handfeste ANC-Kritik ein. Beeindruckt hat es den Zeichner offenbar nicht. (Von Ralf E. Krüger, dpa)