PUTLITZ - Der Berliner Björn Kern ist der diesjährige Gewinner des Putlitzer-Preises. Er setzte sich mit seiner dicht gedrängten Kurzgeschichte „Der Rollschuhläufer“ vor Sabine Raml („Netti“) und Rita Hausen („Über dem Nebelmeer“) durch. Björn Kern kehrte gerade von einer Lesereise durch die Türkei zurück, die das Goethe-Institut organisiert hatte. Er erhielt bereits mehrere Stipendien im In- und Ausland.
Dass er nun mit dem Putlitzer-Preis eine Ehrung erhielt, die bundesweit nicht minder wahrgenommen wird, davon kann Kern ausgehen und demnächst sogar noch mehr. Denn der den Preis ausrichtende Marburger Verein „42er Autoren“ hat seinen Sitz nach Putlitz verlegt. Wie Michael Höfler als neu gewählter Vorsitzender am Rande der Veranstaltung der MAZ sagte (siehe Interview), werde zur nächsten Mitgliederversammlung am 5. Juni 2010 nach Putlitz eingeladen und an diesem Tag auch die nächste Preisverleihung stattfinden. „Damit wird die Prämierung noch mehr Interessierte als bisher ansprechen.“
Als Preisträger Kern am Samstag die 60 Besucher an der Reise seines Geschichten-Hauptdarstellers teilhaben ließ, wurde es sehr still in der Putlitzer Kirche. Authentisch durchlebten die Gäste die Fahrten des „Rollschuhläufers“. Seinen Dank richtete Kern anschließend an Gebhard Gans Edler zu Putlitz als Schirmherrn des Wettbewerbs sowie ans Publikum.
Zu diesem Zeitpunkt hatte sich längst Festatmosphäre in der Kirche der Gänsestadt verbreitet. Das Potsdam-Duo mit Axel Elter und Christian Lau sowie die beiden Pritzwalker Gymnasiastinnen Anne Kurschat und Friederike Schönhardt als Kurzgeschichten-Vorleserinnen trugen maßgebend dazu bei. Einhellig fiel das Urteil über die Vorleserinnen aus: „Es ist nicht hoch genug zu bewerten, was die Schülerinnen geleistet haben“, sagte der Schirmherr.
Die Mitglieder des Fördervereins Kirchturmspitze Putlitz zündeten eine Stunde vor der offiziellen Preisübergabe den Funken, der sich im Laufe des Abends zu einem kulturellen Feuerwerk entfaltete. In der Pfarrscheune trafen sich die Mitglieder der „42er Autoren“ mit den Preisträgern und Gastgebern in gemütlicher Runde. Schließlich ertönten die Putlitzer Fanfarenklänge und riefen zum Einzug in die Kirche.
Michael Höfler resümierte nach der Prämierung äußerst zufrieden: „Die ausgezeichneten Texte sind in diesem Jahr eindeutig besser. Auch die beiden Schülerinnen haben sehr gut vorgelesen.“ Die Idee, das Goethe-Gymnasium einzubeziehen, stammt von Ingrid Klaß. Die Schatzmeisterin des Fördervereins Kirchturmspitze Putlitz sprüht vor Einfällen für eine neue Festivalkultur rund um den Putlitzer-Preis. Begeistert stellte sie am Ende fest: „Wir haben den Rahmen für diese Veranstaltung gefunden, denn keiner will gehen.“ (Von Christamaria Ruch)