NIEMEGK/MARIENTHAL - Trotz grausigster Szenen sind sie wohlbehalten wieder in Niemegk angekommen – Catharina Ibener (32) und Christian Pietrucha (29). Die Geschwister waren vor wenigen Tagen noch Komparsen bei den aufwändigen Filmarbeiten zum Mystery-Thiller „Black Death“. Dessen 20-minütiges Finale ist in der stillgelegten Tongrube der Marienthaler „Trottheide“ abgedreht worden, die – wie auch ein ähnliches Bergbaugebiet in Niemegk – im Besitz von Vater Ulrich Pietrucha ist.
„Unsere Helden gehen einer nach dem anderen drauf“, beschreibt Produzent Jens Meurer (Egoli Tossell Film) den Handlungsschwerpunkt in dem acht Millionen Euro teuren Kinostreifen mit Sean Bean – bekannt als Boromir in „Herr der Ringe“ – als Hauptdarsteller. „Mit Catharina zusammen war ich zunächst Dorfbewohner“, erzählt Christian Pietrucha. An seinem dritten und insgesamt letzten Drehtag war er daran beteiligt, als es auch den von Sean Bean verkörperten Ritter „Ulric“ erwischte. Dieser starb eines grausigen Todes. In vier Teile hatten ihn die Kaltblüter von Peter Hennig aus Leipzig gerissen. „Die Puppe jedenfalls“, sagte der Pferdebesitzer.
„Es hat viel Spaß gemacht, war aber auch sehr anstrengend“, berichtet Christian Pietrucha. Der Tagesablauf für die 100-köpfige Crew sei der Kreativität der Regisseure unterworfen gewesen.
Indes freut sich Vater Ulrich Pietrucha, dass die nahezu unberührte Natur in seiner Tongrube „Trottheide“ nun als Filmkulisse diente. „Location Scouts, Ortserkunder, sind über das Intenet und Google Earth auf mein Gelände aufmerksam geworden“, erzählt der Unternehmer. Bei der Anfrage sei man sich schnell handelseinig geworden. Drei Monate hat es gedauert, die Kulissen in der „Trottheide“ aufzubauen und am Ufer der ehemaligen Grube die Konturen eines kleinen Dorfes aus dem 14. Jahrhundert entstehen zu lassen. Ein Viadukt, eine Hütte, ein hölzerner Schutzwall, Folterwerkzeuge und – nicht zu vergessen – die Wasserkerker, in denen die Eindringlinge gefangen gehalten wurden.
Der Mystery-Thriller „Black Death“ soll voraussichtlich im Sommer 2010 weltweit in die Kinos kommen, „aber auch zu uns nach Niemegk ins Kulturhaus“, verspricht Pietrucha. Er freut sich mit Ehefrau Regine sowie den Kindern auf die hiesige Premiere. (Von Cindy Lüderitz und Gunnar Neubert)