Dass das Aussortieren ungenutzter Bücher bei nachgeordnetem Verschenken oder Verleihen des Lesestoffs an andere Bibliotheken die Stadt in die Lage versetzen soll, Finanzierungslücken von immerhin 2,5 Millionen Euro zu schließen, leuchtet nicht auf den ersten Blick ein. Dem Vorhaben ist dennoch Glück zu wünschen, denn die Alternative kann nur heißen, bei der geplanten Sanierung der Stadt- und Landesbibliothek (SLB) weit schmerzhaftere Abstriche zu machen als den Verzicht auf medizinische Handbücher aus der DDR der 1970er und 1980er Jahre. Mit rund 320 000 Büchern ist das Magazin der Bibliothek im Vergleich außerordentlich groß, das war den externen Beratern sogleich ins Auge gefallen. Doch statt sich einfach unbesehen von großen Teilen der Sammlung zu trennen, wählt die SLB den mühsamen und teuren, aber letztlich wohl besten Weg: Sie unterzieht jedes Buch und jede Zeitschrift einer eingehenden Prüfung und behält, was zu ihren Sammelaufgaben gehört, während sie weitergibt, was für eine Stadt- und Landesbibliothek entbehrlich ist. Das mag den Beginn der Sanierung um ein paar Monate hinausschieben, sorgt aber neben dem Raumgewinn auch dafür, dass die SLB mit einem entschlackten Bestand in die Sanierung geht. 14