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24.06.2009

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BAUEN: Die Bibliothek als Vermieter

Frei werdende Magazinflächen soll Kostenlücke schließen

POTSDAM / INNENSTADT -  Um dem Kostenanstieg von rund 2,5 Millionen Euro bei der Sanierung der Stadt- und Landesbibliothek (SLB) auszugleichen, stellt die Stadt die umfangreichen Magazinbestände der SLB auf den Prüfstand. 320 000 Bücher, CDs und Zeitschriften lagern dort, ein ungewöhnlich großer Bestand, wie Leiterin Marion Mattekat betonte. Nicht alle diese Titel werden wirklich gebraucht. Gerade im 166 000 Titel umfassenden wissenschaftlichen Bestand finden sich voraussichtlich viele Werke, die eine Stadt- und Landesbibliothek nicht unbedingt vorhalten muss. „Zu DDR-Zeiten wurde zum Beispiel medizinische Literatur gesammelt – DDR-Lehrbücher über Chirurgie von 1970 gehören aber heute nicht unbedingt zu den oft nachgefragten Titeln“, nannte Mattekat einige Beispiele. Solche und andere Werke könnten zum Beispiel an andere Bibliotheken vergeben werden. Diese Generalinventur, verbunden mit der Einführung platzsparender Rollregale, könnte am Ende dazu führen, dass ein großer Teil der Magazinflächen – im Moment rund 1500 Quadratmeter – künftig nicht mehr gebraucht werden. Laut Bernd Richter, Werksleiter des Kommunalen Immobilienservice (Kis), ließen sich die frei werdenden Flächen zum Beispiel für an Außenstehende vermietete Büros oder Gewerbeflächen vermieten. So hofft die Stadt derzeit, einen möglichst großen Teil der 2,5 Millionen breiten Finanzlücke schließen zu können. Sollte die Revision in der SLB allerdings weniger Flächenpotenzial hervorbringen, werde man sich erneut zusammensetzen und nach weiteren Alternativen suchen müssen, sagte die Sozialbeigeordnete Elona Müller. Sie sei aber optimistisch, dass ein Großteil der Summe zusammenkommt. Rund sechs Monate wird die Revision dauern und im Juli beginnen. Externe Kräfte sollen die 40 Bibliotheksmitarbeiter unterstützen. Spätestens Anfang 2010 will der Kis dann die überarbeiteten Sanierungspläne vorstellen, Bernd Richter hofft auf einen Beginn der Sanierung im kommende Jahr. Je nachdem, ob bei laufendem Betrieb saniert wird oder bei teilweisem oder sogar gesamtem Umzug der Bibliothek, will die Stadt 2012 oder 2013 fertig werden.

Neben der SLB wird auch die Volkshochschule, die bislang noch in der Dortustraße residiert, in das Haus am Kanal einziehen. Ursprünglich hatte der Kis mit zehn Millionen Sanierungskosten geplant: rund 8,5 Millionen für die SLB und 1,5 Millionen für die Volkshochschule. (Von Jan Bosschaart)


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