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25.06.2009

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LANDWIRTSCHAFT: Der Wald kann die Konjunktur ankurbeln

Deutscher Forstverein tagt in Potsdam / Klimawandel bereitet die größten Sorgen

POTSDAM - Fünf Tage lang dreht sich in Potsdam alles um den Wald. Seit gestern hält in der Landeshauptstadt der Deutsche Forstverein (DFV) seine Jahrestagung ab. Mehr als 1000 Teilnehmer werden erwartet.

Der DFV blickt auf eine 110-jährige Tradition zurück. Aus der berufständischen Vereinigung von „Förstern im höheren Staatsdienst“ sei ein Forum geworden, das privaten Waldbesitzern, aber auch allen übrigen, „die den Wald lieben“, offenstehe, sagte Marcus Kühling, Geschäftsführer des Forstvereins, der MAZ. Bundesweit zählt die Vereinigung nach eigenen Angaben 8000 Mitglieder, in Brandenburg sind es etwa 700.

Die Tagung in Potsdam steht unter dem Motto „Wälder schaffen Wachstum“. Damit habe man bewusst einen Kontrapunkt zur Wirtschaftskrise setzen wollen, sagt Kühling. Forstwirtschaft, Holz- und Papierindustrie sicherten Jobs in ländlichen Regionen. In Deutschland beschäftigten die Branchen 1,2 Millionen Menschen und erzielten einen Umsatz von 160 Milliarden Euro. Kühling appellierte an die Politik, in den Konjunkturprogrammen – etwa beim Bau von Schulen – verstärkt auf Holz zu setzen, nicht zuletzt wegen seiner guten Kohlendioxid-Bilanz.

Die größte Sorge der Branche ist der Klimawandel. „Als langlebiges und träges Ökosystem kann sich der Wald am schlechtesten an den Klimawandel anpassen. Er ist daher in existenzieller Gefahr“, sagte DFV-Präsident Anton Hammer gestern. Vor allem kleine Waldbesitzer müssten Ausgleichszahlungen bekommen, um ihren Betrieb auf widerstandsfähigere Baumarten umstellen zu können, ergänzt Kühling.

Sorgen macht auch der Holzpreis, der seit Beginn der Finanzkrise um 20 bis 30 Prozent gefallen ist. Das könne ein Waldbesitzer nicht ohne weiteres wegstecken, sagt Carsten Leßner vom Brandenburgischen Forstverein. (Von Martin Usbeck)

 

Jede Menge Holz:
An Holz besteht in Deutschland kein Mangel. Jedes Jahr wachse in Deutschland etwa ein Viertel mehr Holz nach als beim Holzeinschlag entnommen werde, sagt DFV-Geschäftsführer Marcus Kühling.

Der Forstverein hat am Luisenplatz in Potsdam einen Holzwürfel mit einer Seitenlänge von 4,85 Metern errichtet. So viel Holz wächst alle 30 Sekunden in Deutschlands Wäldern zu. us


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