RIBBECK - Der Herr von Ribbeck im Havelland schaut, die Stirn ein wenig gerunzelt, hinüber zum Schloss. Seine Worte wählt er mit Bedacht. „So wie es jetzt gemacht ist – optisch und finanziell – bin ich voll einverstanden.“ Von seinem Badezimmer aus sieht er jeden Tag auf das frisch renoviert strahlende, einstige Herrenhaus seiner Familie, das Theodor Fontane einst mit seinem Gedicht „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ berühmt machte. Ins Schloss wird Friedrich-Carl von Ribbeck, Enkel des letzten adligen Herrn dort, aber nie mehr einziehen. Es gehört dem Landkreis, der es am kommenden Wochenende (4./5. Juli) mit einem großen Fest feierlich eröffnet.
20 000 bis 30 000 Touristen kommen jährlich nach Ribbeck. Bisher erinnert an Fontanes berühmtestes Gedicht dort nur der erst vor wenigen Jahren neu gepflanzte Birnbaum. Nun wird auch das für 5,6 Millionen Euro renovierte Schloss eröffnet. „Es ist ein kulturtouristisches Leuchtturmprojekt“, sagt Sonja Hermann, Geschäftsführerin der Schloss Ribbeck GmbH. Ein Museum wird es beherbergen, in dem „Fontane die Besucher an die Hand nimmt“. Im Garten soll es ein Café und eine kleine Bühne für Theater geben und auch geheiratet werden kann in dem 1893 errichteten Schloss.
Der Familienbesitz samt Schloss, auf dem die von Ribbecks von 1237 an residierten, fiel 1943 in die Hände der Nazis. Der letzte Schlossherr kam 1945 im KZ Sachsenhausen ums Leben. Der Besitz wurde enteignet. Zu DDR-Zeiten war dort ein Altersheim. Nach der Wende endete ein jahrelanger Streit um Rückübertragung mit einem Vergleich. „Es hat eine Weile gedauert, bis wir uns mit der Idee angefreundet haben, dass der Kreis das Schloss besitzt“, sagt von Ribbeck.
Programm der Eröffnungsfeier unter www.ribbeck-havelland.de. (Von Imke Hendrich, dpa)