DEUTSCH BORK - Bei einem Bierchen redet es sich leichter. Volker Rottstock, Biobauer in Deutsch Bork bei Linthe (Potsdam-Mittelmark), hat das getestet. Im Frühjahr 2006, als er zu einem Landwirt in der Nachbarschaft ging, der Gen-Mais anbauen wollte. Nach Gespräch und Bierchen war das Vorhaben ad acta gelegt, wie Rottstock erzählt Für den Biobauern und überzeugten Gentechnik-Gegner fing die Arbeit aber erst richtig an.
Noch im selben Jahr rief er mit weiteren 19 Landwirten die Initiative „Felder ohne Gentechnik im Fläming“ ins Leben. Inzwischen beteiligen sich mehr als 70 Bauern – ökologisch und auch konventionell wirtschaftende – an dieser Initiative und verzichten auf den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen. Der 54-jährige Rottstock wurde gestern Abend für sein Engagement mit dem Umweltpreis des Landes geehrt.
Letztendlich kämpfe man nicht gegen etwas, erklärt der gelernte Schlosser und studierte Landtechniker: „Wir kämpfen für die Erhaltung gentechnikfreier Landwirtschaft und Lebensmittel.“ Wegen der Verbindung zur Natur ist der Ehemann und vierfache Vater Landwirt geworden. Ihn reize die Vielfältigkeit der Arten und die Eigenständigkeit als Bauer – das werde durch Gentechnik bedroht, weil sie von den Konzernen abhängig mache. Seit 1991 leitet er seinen Biohof. Die Entscheidung für Öko sei für ihn eine „Bewusstseinsfrage“ gewesen. Er habe die von der EU verfügten Stilllegungsflächen gesehen, auf denen gar nichts wuchs. Und er sah Flächen, auf denen viel Dünger und Pflanzenschutzmittel zum Einsatz kamen. Rottstock suchte eine Alternative. (so)
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