Der Absender der menschenverachtenden Schmierereien an der schmucken Hausfassade in der Zossener Innenstadt scheint auf den ersten Blick eindeutig. Denn außer den üblen Beschimpfungen „Volksverräter“ und „Linke Sau“ an der Wand fand man auch Aufkleber der rechtsextremistischen Freien Kräfte Teltow-Fläming an der Scheibe des Büros von Versicherungsmakler Jörg Wanke. Dass er Mitbegründer und Motor der Bürgerinitiative „Zossen zeigt Gesicht“ ist und erst am Wochenende ein Konzert unter dem Motto „Love Music – Hate Fascism“ angemeldet hatte, ist sicher auch der rechtsextremen Szene nicht entgangen. Nicht nur, dass sie bei ihren Schmierattacken bislang auf den Gebrauch brauner Farbe verzichtete, auch die Dreistigkeit, sozusagen in unmittelbarer Nähe zur Polizeiwache kriminell zu werden, deutet auf eine neue Dimension ihres Vorgehens hin. Haben die Linksextremen bislang vor allem Wahlplakate anderer Parteien, Trafohäuschen, Fahrkartenautomaten oder das Bahnhofsgebäude mit ihren Anti-Nazi-Parolen verunziert, trifft der offenbar rechtsextreme Farb-Anschlag diesmal nicht nur einen engagierten Neonazi-Gegner, sondern auch unbescholtene Hausbesitzer, die viel Geld und Kraft in die Sanierung ihres Eigentums gesteckt haben.