ZOSSEN - Nach einem Farbanschlag auf das Büro des Mitbegründers der Bürgerinitiative „Zossen zeigt Gesicht“ am Sonntag früh – geschätzter Schaden an der Hausfassade in der Fischerstraße etwa 5000 Euro – sollen nach Angaben des Betroffenen, Versicherungsmakler Jörg Wanke, zwei junge Männer aus der rechten Szene am Montagnachmittag versucht haben, die als Reaktion auf die Tat angebrachten Anti-Nazi-Transparente gewaltsam zu entfernen. „Gemeinsam mit der Polizei konnten wir das verhindern“, so Wanke, Sprecher der Bürgerinitiative. Einer der jungen Männer habe ein tätowiertes Hakenkreuz auf der rechten Brust, heißt es.
Wie Wanke sagt, wollen Mitglieder der Bürgerinitiative die Fassade heute provisorisch reinigen und vor allem die verleumderischen Schriftzüge überstreichen. Mit dabei sein wird ein Kamerateam des RBB, dass über die Aktivitäten der Initiative – zum Beispiel die Einrichtung eines „Haus der Demokratie“ – berichten will. Auch die Anti-Nazi-Transparente am Haus werden laut Wanke wieder verschwinden. „Das soll ja keine Schaustelle werden“, sagte er.
Die mit Farbe aufgesprühten Wörter „Linke Sau“ und „Volksverräter“ und ein vor Ort sichergestellter Aufkleber der als rechtsextrem eingestuften Freien Kräfte Teltow-Fläming galten in ersten Stellungnahmen als ausreichende Indizien, dass der Anschlag auf das Konto der rechtsextremen Szene geht. Ein Sprecher des Polizeischutzbereichs Teltow-Fläming bestätigte, dass ein entsprechender Aufkleber am Tatort gefunden und überprüft worden seien. Es gebe derzeit allerdings keine Erkenntnisse, wer sie dort an die Scheibe geklebt hat. Unterdessen haben sich die beschuldigten Freien Kräfte Teltow-Fläming öffentlich „in aller Deutlichkeit von diesem feigen Anschlag“ distanziert. Man verurteile die „indirekte Beschuldigung aufs Schärfste“. Wie es in einer Reaktion auf einen MAZ-Artikel in der „Zossener Rundschau“ vom 7. Juli heißt, hoffe man, dass der oder die Täter „schnellstmöglich gefasst und zur Verantwortung gezogen werden“. Der von den als rechtsextrem bekannten Freien Kräften geäußerte Verdacht, „dass dieser Anschlag von Linksextremisten, der Antifa oder dem Verfassungsschutz geplant und durchgeführt wurde“, ist von Jörg Wanke als „völlig idiotisch“ bezeichnet worden. Nach seinen Recherchen sind die Schriftzüge – insbesondere die Schreibweise bestimmter Buchstaben – auch schon in der Vergangenheit in Baruth und Ludwigsfelde aufgetaucht. „Und welcher Linke lässt sich wohl ein Hakenkreuz auf die Brust tätowieren“, fragt er nach dem Vorfall am Montag. (Von Fred Hasselmann)