POTSDAM - Um ein Haar hätte die „Unternehmerin des Landes Brandenburg 2009“ ihre eigene Auszeichnung verpasst. Brita Marx, Chefin der Abbruch- und Recycling-Firma Brita Marx GmbH in Luckenwalde (Teltow-Fläming), wollte eigentlich gar nicht zur Preisverleihung nach Potsdam kommen. Der Sonnabend war schon mit reichlich Arbeit verplant. Aber ein Telefonanruf brachte die Unternehmerin doch noch in die Landeshauptstadt. „Da habe ich geahnt, dass ich zumindest unter die ersten drei gekommen bin“, so die 46-jährige Marx.
Auf dem siebten Unternehmerinnen- und Gründerinnentag des Landes Brandenburg wurde sie am Sonnabend vom Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (SPD) als Unternehmerin des Landes 2009 geehrt. Seit 1990 ist Marx im Geschäft. Sie habe die schwierige Zeit der 90er Jahre überstanden, lobte Platzeck. „Und ich bin zuversichtlich, dass Sie auch vor den nächsten Jahrzehnten keine Angst haben müssen“, so der Ministerpräsident.
Er hob hervor, dass die Frauen einen „erheblichen Anteil“ am wirtschaftlichen Erfolg des Landes hätten. So würden rund 41 000 Frauen in Brandenburg „mit Ideen, Mut und Tatkraft“ Firmen gründen und führen. Damit hat etwa jeder dritte märkische Betrieb eine Chefin.
Sabine Hübner vom Arbeitsministerium verwies auf die erfolgreiche Tätigkeit der Lotsendienste im Land, die innerhalb von acht Jahren mehr als 10 000 potenzielle Firmengründer berieten. In gut zwei Dritteln der Fälle komme es zu einer Betriebsgründung.
„Mut machen“ wollte René Kohl, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam. In den vergangenen Wochen hätten sich in einigen Wirtschaftsbereichen wie der chemischen Industrie und der Metallerzeugung die Geschäftserwartungen aufgehellt, sagte er. Die Unternehmerin Marx hatte Anfang des Jahres noch Kurzarbeit anmelden müssen. Inzwischen kommen wieder Aufträge für den Betrieb mit 15 Beschäftigten, der unter anderem Häuser abreißt, Asbest entsorgt und Baustoffe recycelt. Doch noch ist Marx skeptisch, ob das Anzeichen für einen dauerhaften Aufschwung sind. So ist bei ihr die Freude über die Auszeichnung etwas getrübt. Aber gefeiert wird trotzdem – spätestens im nächsten Jahr zum 20-jährigen Firmenbestehen. Für dieses Fest wird wohl einiges von den 3000 Euro Preisgeld ausgegeben, wie die Chefin sagt.
Für den Titel der Unternehmerin des Landes 2009 – zum vierten Mal verliehen – gab es 54 Bewerbungen. Den zweiten Platz belegte Elke Ruchatz, Geschäftsführerin der Neuen Oderwerft Eisenhüttenstadt (Oder-Spree). Marie-Luise Buder, Chefin der BHG-Handelszentrum GmbH in Luckau (Dahme-Spreewald), erhielt den dritten Preis. (Von Ute Sommer)
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