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17.07.2009

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BAUEN: Kritiker nicht erwünscht

Beirat „Potsdamer Mitte“ verabschiedet

POTSDAM / INNENSTADT - Er wurde verabschiedet, wie er getagt hatte: hinter verschlossenen Türen. Der Beirat „Potsdamer Mitte“, ein Expertengremium, das die Stadtverordneten in Gestaltungsfragen rund um das alte Stadtzentrums beriet, nahm gestern seine offizielle Verabschiedung durch Oberbürgermeister Jann Jakobs entgegen. Fragen der Presse waren dabei nicht erwünscht, lediglich ein Foto wurde zugelassen.

„Sanft entschlafen“ sei das Gremium, hieß es kürzlich im Bauausschuss von der Rathauskooperation, als über einen Nachfolger in Form des „Gestaltungsrats“ debattiert wurde – „elendig verreckt“ sei der Beirat, behauptet hingegen die Opposition. Sie hatte daran nicht unmaßgeblichen Anteil: In einem Brandbrief bezeichnete Beiratsmitglied Wolfram Meyerhöfer (Die Andere) das Gremium im letzten Jahr als „korrupt“ und „verfilzt“ und erklärte, der Rat sei von „Historizismus-Fanatikern durchsetzt“, die den originalen Wiederaufbau möglichst vieler Gebäude forderten, ohne städtebaulich zu argumentieren.

Dies sei der Grund für die stark gesunkene Akzeptanz des Gremiums, die vom Beirat offenbar selbst beklagt wurde. Namentlich griff Meyerhöfer den FH-Professor Herbert Staadt an, der von den Entscheidungen im Beirat in Form von Aufträgen profitiere und nannte auch die Architekten Urs Kohlbrenner, Bernhard Wendel sowie den Anwalt Uwe Graupeter.

Meyerhöfer war zur gestrigen Verabschiedung dann auch nicht eingeladen. Oberbürgermeister Jann Jakobs sagte dazu lediglich, er kenne die Einladungslisten nicht und habe von einigen Absagen gehört. Dass Meyerhöfer damit für seine Brachialkritik bestraft werden sollte, bestritt der Oberbürgermeister. Stattdessen würdige er den Beirat als Gremium, das wichtige Impulse gegeben habe. Es werde in dieser Form nicht mehr benötigt, weil mittlerweile eine größere Offenheit und Transparenz in Fragen der Potsdamer Mitte nötig seien. Mit dem Stadtforum und den Workshops etwa zur Bebauung der Alten Fahrt habe man sehr gute Erfahrungen gemacht, betonte Jakobs. Wie man diese Transparenz und Offenheit künftig institutionalisieren könne, darüber wolle er sich noch mit dem neuen Baubeigeordneten Matthias Klipp abstimmen.

Einen Teil der Aufgaben könnte auch der Gestaltungsrat übernehmen, der bis Ende des Jahres kommen soll. Auch er wird mit Experten besetzt sein, sich dann aber der ganzen Stadt widmen, nicht nur der historischen Mitte. (Von Jan Bosschaart)


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