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22.07.2009

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LANDWIRTSCHAFT: Futterstopp verhängt

Verdacht auf genmanipulierten Mais / Ladung vorerst gesperrt

JABEL/WULFERSDORF - Etwa sechs Tonnen Sojaschrot lagern in einem Silo auf dem Gut Wulfersdorf von Claus Behrend aus Jabel. Es war eigentlich als Futter für seine 210 Kühe gedacht. Doch die werden vorerst nichts davon zwischen die Zähne bekommen. Denn das kreisliche Amt für Verbraucherschutz und Landwirtschaft hat die gesamte Ladung vorläufig gesperrt. „Verdacht auf Kontamination mit nicht zugelassenem gentechnisch manipulierten Mais“, heißt es in der entsprechenden Ordnungsverfügung des Amtes. Es setzte damit um, was das Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt- und Verbraucherschutz (MLUV) am 17. Juli – unmittelbar nach der Untersuchung einer Futterprobe – angeordnet hatte: Es erließ im Rahmen einer „Schnellwarnung“ einen sofortigen Futterstopp.

Das Sojaschrot kam aus einem Mischfutterwerk in Hamburg. Es wurde am 23. Juni geliefert und ist inzwischen mit anderen Chargen so vermischt, dass eine Trennung nicht mehr möglich ist. Bislang ist unklar, ob das Futter eventuell doch noch verwendet werden kann oder nicht. Das hänge vom Ergebnis der entsprechenden Analyse ab, sagte der promovierte Amtsleiter Matthias Rott gestern. Denn bislang bestehe ja lediglich ein Verdacht.

Dass überhaupt Spuren von genmanipuliertem Mais in Hamburg auftauchen, obwohl der in Deutschland gar nicht verfüttert werden darf, ist für Rott kaum verwunderlich. „Die Analysemethoden sind sehr fein und empfindlich. Es wäre durchaus denkbar, dass Reste einer vorherigen Ladung in einem Container vorhanden waren, die bereits ausreichten, um die Einfuhr zu stoppen. Das Verbot der Verwendung von genmanipuliertem Mais wird nun einmal nicht überall so streng gehandhabt wie in Europa“, sagt Matthias Rott.

Claus Behrend sieht das Ganze gelassen. Er ist sogar froh darüber: „Ich freue mich, dass die Ämter bei uns so wach sind und sofort reagieren. Ich finde es eher schlimm, dass solche Futtermittel überhaupt hier ankommen“, sagt er.

Sollte das Futter tatsächlich nicht verwendet werden dürfen, „muss es der Vorlieferant wieder abholen.“ Ein Schaden entstehe dem Unternehmen dadurch nicht. Behrend habe ohnehin vor, künftig mehr von dem preiswerteren Rapsschrot zu verfüttern. Bei den derzeitigen Milchpreisen sei das gar nicht anders zu machen. Hungern müssen die Kühe nun jedenfalls nicht. Für anderes Futter zu sorgen, sei kein Problem, so der Landwirt. (Von Björn Wagener)


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