Wen das Buch interessiert, der bekommt es auch. Hitlers „Mein Kampf“ ist problemloser als ein Joint zu beschaffen. Im Internet. Rechtsradikale müssen nicht warten, bis 2015 das Urheberrecht erlischt, das die Alliierten 1946 dem Land Bayern übertragen hatten und die- ses ermächtigte, Nachdrucke zu blockieren. Was es dann auch tat. Und immer noch tut. Um Missbrauch zu verhindern, wie es stereotyp heißt. Das mag gut gemeint sein, aber wer missbrauchen will, der kann dies eben schon. Wissenschaftler fordern deshalb schon lange eine kritische Edition. Gegen eine solche ließe sich einwenden, dass Fußnoten à la „hier irrte der Gröfaz“ den Erkenntnisgewinn nicht zwingend steigern, das Problem des Missbrauchs also auch mit viel Wissenschaft nicht zu lösen ist. Aber gibt es eine Wahl? Halboffiziell bereitet das Münchner Institut für Zeitgeschichte nun eine akademisch seriöse Neuausgabe vor. Denn anders ist die unkontrollierte Verbreitung jener Textfassungen nicht zu kontern, die heute frei im Netz flottieren und morgen gedruckt werden können. Es hilft nichts: Gebt den „Kampf“ frei!