BELZIG - Die Belziger Innenstadthändler dürfen auf eine Belebung der City hoffen. Die international agierende Drogeriekette Rossmann möchte im nächsten Jahr eine Filiale in der Kur- und Kreisstadt eröffnen. Das Unternehmen hat dazu ein Haus in der Wiesenburger Straße gekauft. Das sagte Josef Lange, ein Firmensprecher, gestern auf Anfrage der MAZ.
„Die Belziger können sich auf einen tollen, neuen Drogeriemarkt freuen“, erklärte Lange. Der Vertrag sei unterzeichnet, der Umbau der Immobilie beginne möglicherweise schon jetzt im August. „Die Eröffnung ist in jedem Fall für das kommende Jahr geplant“, so der Unternehmenssprecher.
Die Drogeriefiliale sei im Erdgeschoss des Hauses Nummer 9 vorgesehen. „Die Größe der Verkaufsfläche steht noch nicht genau fest“, sagte der Rossmann-Mitarbeiter. Normal seien rund 400 Quadratmeter. Der Jahresumsatz liege pro Verkaufsstelle bei durchschnittlich 1,94 Millionen Euro. Noch freie Räume möchte das Unternehmen an andere Gewerbetreibende vermieten. Insgesamt stünden 700 Quadratmeter Gewerbefläche zur Verfügung. Lange zufolge könnten bis zu elf neue Arbeitsplätze entstehen.
Experten der Industrie- und Handelskammer Potsdam (IHK) empfehlen schon seit geraumer Zeit einen so genannten Ankermieter als Kundenmagneten zur Belebung der Belziger Innenstadt. „Bevor der nicht da ist, wird sich an der Situation auch nichts ändern“, prophezeit IHK-Regionalchef Wilfried Meier. „Doch die Entwicklung der Innenstadt ist ganz wichtig“, erklärte er gestern.
Kommunalberater Matthias von Popowski bezeichnete die Ansiedlung gestern als einen „Rettungsanker für die Innenstadt“. Der Sozialwissenschaftler hatte kürzlich eine Studie über den Belziger Einzelhandel erstellt (die MAZ berichtete).
Die Vorsitzende des Gewerbevereins, Simone Lüdicke, sagte, es wäre für alle Händler von Vorteil, wenn ein Unternehmen in die Stadt komme, das Käufer anziehe.
Das zu erwartende Kundenpotential in Belzig bezeichnete Josef Lange als ausreichend. Die vorhandene Kaufkraft werde vor einer Ansiedlung von Marketingstrategen untersucht. Anders als ein Mitbewerber eröffne die Rossmann-Gruppe nur in Städten ab einer bestimmten Größenordnung eine Filiale. Die nächste Niederlassung ist in Brandenburg an der Havel, Treuenbrietzen wurde vor einiger Zeit aufgegeben.
Bis Donnerstag residierte Ulrike Lohberger mit einem Modegeschäft in dem künftigen Rossmann-Haus. Sie gab ihr Unternehmen aus Altersgründen auf. „Ich werde 71, da darf man sich auf seinen Ruhestand freuen“, sagte sie. (Von Hermann M. Schröder)