BELZIG - Die Kur- und Kreisstadt Belzig soll bald den Zusatz Bad im Namen führen. Dafür will sich der Kurmanager Christian Kirchner einsetzen. „Der Bad-Titel ist das Allererste, das angestrebt werden soll“, erklärte Kirchner gestern in einem Gespräch mit der MAZ. „Ich denke, dass wir das ganz gut realisieren werden.“ Die Stadt sei auf einem guten Weg und habe alle Hürden genommen, so Kirchner. „Die letzte war ich mit meiner Funktion.“
Seit 1. August ist Kirchner als Kurortkoordinator – so heißt die Funktion des Kurdirektors in Belzig – im Amt. Gestern hat er sein Büro im Rathaus bezogen. Bezahlt wird seine Arbeit auf Honorarbasis von der Stadt und den Mitgliedern im regionalen Gesundheitsnetzwerk. Dazu gehören das Johanniter-Krankenhaus, die kommunale Kur- und Freizeitgesellschaft und das Reha-Klinikum „Hoher Fläming“ im Oberlinhaus. Auch die Wirtschaftsförderung der Verwaltung von Potsdam-Mittelmark ist an der Finanzierung beteiligt.
Ein konkretes Datum für die Verleihung des Bad-Titels wollte Christian Kirchner gestern noch nicht nennen. Ein wesentlicher Punkt sei die Wiedereröffnung der Stein-Therme im Dezember dieses Jahres, erklärte der 59-Jährige. Wie Kirchner sagte, sei der Bad-Titel die Eintrittskarte in die „Oberliga der Kurstädte“ und Voraussetzung für die Marktreife eines Gesundheitsstandortes. „305 hochprädikative Orte gibt es derzeit in Deutschland“, erklärte er. „Nur 35 davon haben eine Thermal-Sole“, so Kirchner. Das sei ein Pfund, mit dem man mehr wuchern müsse. Kirchner hat selber eine Zeit lang im Landesbeirat zur Prädikatisierung von Kurorten mitgearbeitet.
Momentan ist der Manager noch parallel als Kurdirektor vom sächsischen Bad Elster tätig. In gleicher Funktion hatte er in den 90er-Jahren das brandenburgische Bad Saarow zum Heilbad mit aufgebaut. (Von Hermann M. Schröder)