SCHÖNWALDE-GLIEN - Eine ganze Gemeinde ist bestürzt. „Als wir die Nachricht bekommen haben, saßen alle mit Tränen in den Augen da und konnten es nicht fassen“, sagt Lothar Lüdtke, Ortsvorsteher von Schönwalde-Dorf. Uwe Schatz vom Sportverein SSV 53 spricht von einer Riesenlücke, die durch den Tod Mario Kusays gerissen wurde, und Schönwaldes Bürgermeister Bodo Oehme schüttelt nur den Kopf. Mario Kusay, der 42 Jahre alte Leiter des Schönwalder Schullandheims, ist tot. Er und seine Lebensgefährtin starben am Sonntagnachmittag bei einem Verkehrsunfall in der Nähe von Granzow in Mecklenburg-Vorpommern.
Das Paar war mit dem Fahrrad auf einer Landstraße unterwegs, als es von einem Audi erfasst wurde. Der Fahrer des Wagens war laut Polizei ein Fahranfänger, 18 Jahre alt. Er kam in einer Linkskurve von der Fahrbahn ab, das Auto geriet auf die Gegenfahrbahn und erfasste beide Radfahrer. Mario Kusay starb auf der Stelle. Seine Begleiterin erlag im Krankenhaus ihren Verletzungen. Der Unfallfahrer wurde leicht verletzt. Gegen ihn ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung.
Für Uwe Schatz, Chef des SSV 53, ist die Nachricht in jeglicher Hinsicht eine Tragödie. Menschlich natürlich, Mario Kusay und er haben seit 2004 eng zusammengearbeitet. Aber auch für den Verein sei der Tod Kusays ein schwerer Verlust. „Das Schullandheim war sein Ding. Er war bei den Kindern beliebt und hat seine ganze Kraft in die Organisation gesteckt“, sagt Schatz.
Der SSV 53 hatte das Heim im Jahr 2004 vom Landkreis Havelland übernommen. „Im ersten Jahr haben wir es gemeinsam betreut. Danach war er alleine verantwortlich und hat es auf Vordermann gebracht“, sagt Schatz. Dass Mario Kusay einen guten Job gemacht hat, zeigt nicht nur die Auslastung des Heims. Die Zahlen gehen laut Uwe Schatz seit der Übernahme stetig nach oben. Das Heim ist bis zum Herbst ausgebucht, wirtschaftlich steht es auf stabilen Füßen, und auch die Ausstattung hat sich in den vergangenen Jahren verbessert. „Er hat mir versprochen, dass er den Laden nach oben bringt, und er hat Wort gehalten“, sagt Uwe Schatz.
Im Büro hängen auch überall Karten und Bilder, die Kinder für Mario Kusay gemalt haben. Das Büro wird dieser Tage ausgeräumt. Es muss weitergehen.
Ins Management des Schullandheims wird sich Uwe Schatz jetzt wieder selbst einschalten, und auch für das Ü40-Fußballteam, das Mario Kusay trainiert hat, wird es eine Lösung geben.
Für den SSV ist es schon der zweite große Verlust in diesem Jahr. Im Januar starb Klas van Wesel, der Kapitän der ersten Männermannschaft, ebenfalls bei einem Verkehrsunfall. (Von Oliver Fischer)