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01.09.2009

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OLDTIMER: Geliebte Knutschkugel

Treffen der Fiat 500-Enthusiasten

KLEIN MARZEHNS - „Der Fiat 500 ist ein faszinierendes Auto. Er hat es fertig gebracht, eine klassenlose Fangemeinde um sich zu scharen“, erklärt Mathias Duesterberg sichtlich begeistert von dem kleinen Flitzer. Am Wochenende hatte er auf seinem Hof in Klein Marzehns Freunde und Mitglieder der Interessengemeinschaft „Panini-Radente-Fiat 500 Berlin“ zu Gast. Ein Kleinwagen, dem der Azubi genauso verfallen ist, wie der Hochschulprofessor, muss etwas Fesselndes haben. „Man kann getrost Kultobjekt sagen“, erklärt der 59-jährige Kraftfahrzeug-Meister.

Mathias Duesterberg besaß zwar auch zunächst einen Fiat 500. Doch bald stellte er fest, dass ihm der österreichische Steyr-Puch, der mit der Rohkarosse des Fiat 500 ausgestattet war, besser gefällt. Er fuhr manches Rennen damit und noch heute in den Urlaub. Dann sitzt seine Frau Jutta am Steuer. Der Fiat-Freund betreibt seit 2001 eine Autoreparatur-Werkstatt auf dem Hof der ehemaligen LPG „Heimatland“.


Wie eine große Familie

Genau 45 Familien waren am Wochenende angereist mit ihrer „Kutschkugel“, eine der vielen Namen des Kultfahrzeuges, um dort zu zelten, auf dem Heuboden zu schlafen, viel zu erzählen und zu feiern. „Wir sind eine große Familie“, meint Marco Jokiel, der schon über 27 Jahre so ein Gefährt besitzt. Woher die Teilnehmer auch kamen, alle fühlten sich wohl bei den Duesterbergs, außerdem habe der Fläming seine Reize, waren sie sich einig. Das sei ein Grund, immer wieder zum alljährlichen Treffen nach Klein Marzehns zu kommen.

In Ermangelung ausreichender Italienisch-Kenntnisse erfanden vor 27 Jahren etwa 30 Berliner Freunde des Fiat 500, die sich in eine Interessengemeinschaft zusammengefunden hatten, für ihre Gemeinschaft den Namen „panini radente – Fiat 500 Berlin“. Das soll auf Italienisch „Rasendes Brötchen“ heißen. Marco Jokiel, der von Beginn an dabei ist, weiß aber bis heute noch nicht so genau, wie radente eigentlich richtig übersetzt heißt. „Es gibt keinerlei Vereinszwänge“, erklärte er. „Vielmehr finden zwanglose Treffen, Ausfahrten, Stammtische und andere Veranstaltungen statt.“



Umbau zum Pickup

Der Bankangestellte Holger Blanck aus Schenefeld bei Hamburg schwärmte nicht nur in höchsten Tönen von der Gastfreundlichkeit, sondern musste unbedingt sein Liebhaberstück vorzeigen. Er hat nämlich vor zwei Jahren einen Fiat-500-Combi, Baujahr 1962, erworben, den er zu einem Pickup umgebaut hat. So können mit dem Kleinen sogar Sachen transportiert werden. „Dass damit auch in den Urlaub gefahren wird, ist klar“, sagt Holger Blanck. Sogar 700 Kilometer seien einmal auf dem Tacho zu lesen gewesen. Vor fünf Jahren habe er schon einen Steyr-Puch erworben. Beide Autos würden sozusagen als Hobby- und Gebrauchsfahrzeuge dienen.

Viel Spaß hat den Oldie-Freunden die Ausfahrt nach Altes Lager bereitet. „Wenn sich da alle Fahrzeuge wie auf eine Schnur gefädelt die Straße entlang bewegen, dann ist das allein schon ein reizvoller Anblick“, waren sich Marianne und Horst Kudick aus Berlin einig.

Jutta Duesterberg sagte, dass man schon jetzt damit beschäftigt sei, Ausflugsziele für die nächsten Jahre auszukundschaften. (Von Manfred Friedemann)



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