BERLIN - Die Pleite des Handelskonzerns Arcandor („Karstadt“) kostet auch Arbeitsplätze bei der Deutschen Post. Bei der Post-Logistiktochter DHL fallen bundesweit 560 Stellen in Standorten weg, die ganz oder überwiegend für die Karstadt-Kaufhäuser oder das Versandhaus Quelle tätig sind. Das teilte die Post gestern mit.
In Brandenburg sollen die DHL-Standorte in Oranienburg (Oberhavel) mit 66 Beschäftigten und in Bücknitz bei Ziesar (Potsdam-Mittelmark) mit 49 Beschäftigten Ende März 2010 geschlossen werden, sagte Post-Regionalsprecher Rolf Schulz der MAZ. Beide Standorte sind auf den Umschlag von sperrigen Gütern wie Waschmaschinen, Fernsehern oder Kleinmöbeln spezialisiert und arbeiten vor allem für Quelle. Im Zuge der Arcandor-Insolvenz würden für Karstadt und Quelle „deutlich weniger Sendungen“ abgefertigt, sagte Schulz. DHL müsse deshalb die Anzahl der Standorte reduzieren. DHL hatte 2005 große Teile der früher von Arcandor selbst betriebenen Logistikstandorte übernommen.
Die Umstrukturierung hängt auch damit zusammen, dass Arcandor-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg mit vielen Lieferanten die Vertragsbedingungen nachverhandelt hat. Ein Sprecher Görgs sagte, auch mit DHL sei eine Einigung über neue, „marktübliche“ Konditionen erzielt worden. Die vorherigen Vereinbarungen hätten sich „so entwickelt, dass ein wirtschaftlicher Betrieb nicht mehr möglich war“.
Was aus den betroffenen Beschäftigten wird, steht noch nicht fest. Für Oranienburg und Bücknitz werde ein Sozialplan ausgehandelt, sagte DHL-Sprecher Schulz. Beim Landesbezirk der Gewerkschaft Verdi war gestern niemand erreichbar. Von den jetzigen Einschnitten nicht betroffen ist DHL in Brieselang (Havelland). Dort war schon vor der Pleite von Arcandor vereinbart worden, die Sparte Herrenbekleidung nach Essen (Nordrhein-Westfalen) zu verlagern (MAZ berichtete). Davon sind 120 der 300 Beschäftigten betroffen. (us)