BELZIG - Die Raumproblematik von Krause-Tschetschog-Oberschule und Geschwister-Scholl-Grundschule in der Kur- und Kreisstadt bleibt ungelöst. Nach einem Rundgang durch die Bildungseinrichtungen und reichlich einstündiger Diskussion sind der Schul- und der Bauausschuss der Stadtverordnetenversammlung am Montagabend ergebnislos auseinandergegangen.
Dabei gibt es Überlegungen für einen Neubau. Dessen etwa 200 Quadratmeter Nutzfläche sollten vor allem dem Hort der Grundschule zur Verfügung stehen. Für die von Bürgermeisterin Hannelore Klabunde (parteilos) in Rede gestellte, von Olaf Präger (Die Linke) dann offiziell beantragte 350 000-Euro-Investition – unter anderem mit Geld aus dem Konjunkturpaket, das eigentlich für die Sanierung der Turnhalle Puschkinstraße reserviert ist – fand sich jedoch keine Mehrheit. Vier Ja- und vier Nein-Stimmen bei fünf Enthaltungen spiegeln die Stimmungslage in den beiden parlamentarischen Fachgremien wider. „Ich kann mich vorerst nicht dafür entscheiden“, sagte Barbara Schwill (Bündnis 90/Die Grünen), „solange die Arbeiten in der Sporthalle dafür verschoben werden oder es in der Kleinen Grundschule Dipmannsdorf durchregnet.“
„Die Schmerzgrenze ist erreicht“, erklärte Frank Quella indes auf die Frage von Hannelore Klabunde, ob das Ganztagesangebot der Oberschule tatsächlich mit der aktuellen Raumsituation in Gefahr sei. Er hatte zwar unter anderem darauf verwiesen, dass die in der eigentlichen Aula untergebrachten zwei Klassenräume sowie die Polytechnik im Schulhaus alles andere als optimal sind, nicht mit dem von der Stadtverordnetenversammlung bestätigten Schulkonzept übereinstimmen und den Richtlinien der genutzten Ausbauförderung widersprechen. Die Rathauschefin, sich auf Duldungsversprechen der vorgesetzten Schulrätin Heidrun Schröder beziehend, fordert nunmehr eine schriftliche Stellungnahme von der Behörde.
„Die Perspektive des Schulstandortes hängt nicht allein von den Räumen, sondern von den Inhalten, die dort vermittelt werden, ab“, erklärte das Stadtoberhaupt den Anwesenden. Einerseits appellierend, auf die Fähigkeiten der Fachleute vor Ort zu vertrauen; andererseits die Schuldirektorinnen Cornelia Scholla (Oberschule) und Barbara Schneider (Grundschule) zu weiteren Abstimmungsrunden mahnend, zeigte sich nicht nur Olaf Präger irritiert. „Ich glaube, Sie ziehen die falschen Schlussfolgerungen“, kritisierte er.
Eckhard Dörnbrach, Schulrat für die hiesigen Grundschulen, pflichtete bei. „Beide Schulen haben dargestellt, wo es Probleme gibt, wo Lösungen gefunden wurden und wo es nicht mehr weiter geht.“ Allein, dass der Hort fast ausschließlich Klassenräume nutzt, sei heutzutage lediglich mit Ausnahmegenehmigung zulässig.
Ob die langfristig durchaus mögliche und nicht zum ersten Mal diskutierte Zusammenlegung beider Einrichtungen als Oberschule mit angegliederter Primarstufe zum Ziel führt, hatte Werner Sperfeld (SPD) wissen wollen. „Wenn es mehr Räume bringt, gebe ich meinen Posten ab“, ließ ihn Barbara Schneider wissen.
Uta Hohlfeld, Vorsitzende der Linksfraktion in der Stadtverordnetenversammlung, die als Gast zugegen war, äußerte ihr Unverständnis. „Die Lösung ist nicht mehr, noch zwei Lücken in der Raumnutzung zu finden und den Übergang von einem ins andere Schulhaus nochmals um fünf Minuten zu optimieren“, sagte sie. Nicht ohne auf die Millionen-Investitionen in der Stein-Therme zu verweisen, plädierte sie für die Schaffung hinreichender Räume. „Sonst müssen wir uns fürchten, dass jemand zuziehen will, sein Kind aber nicht in der entsprechenden Schule anmelden kann.“ (Von René Gaffron)