POTSDAM / Klein-Glienicke - Die zur Potsdamer Weltkulturerbe-Landschaft zählende Teufelsbrücke unweit der Glienicker Brücke auf Berliner Seite der Havel droht einzustürzen. Offenbar aufgrund der Regenfälle der vergangenen Tage wurde der mittlere als größter der drei Brückenpfeiler unterspült und stürzte ein, berichtete gestern Carolin Herrmann, Sprecherin des Technischen Hilfswerkes (THW), Ortsverband Potsdam. Mit insgesamt 29 Mann aus vier Ortsverbänden ist das THW derzeit vor Ort, um das Bauwerk vor dem Einsturz zu bewahren, darunter mit neun Einsatzkräften aus Potsdam.
Die 1838 nach Plänen von Ludwig Persius gebaute Brücke gehört zu einem Ensemble aus künstlicher Felsenlandschaft, Wasserlauf und dem Märchenteich. Letzerer wurde am Mittwoch leer gepumpt, um die Arbeiten nicht zu gefährden. Das Problem: Die Brücke steht noch, allerdings ist durch den fehlenden Pfeiler die Statik nicht mehr gewährleistet. Die Männer des THW müssen aufpassen, dass die rund zwölf Meter hohe Brücke nicht über ihnen zusammenbricht. Aus diesem Grund könne auch der Schutt des eingestürzten Pfeilers nicht ohne weiteres komplett weggeräumt werden, erläuterte Einsatzleiter Dirk Lehmann gestern auf Anfrage. „Wir sind dabei, eine Abfangkonstruktion zu bauen“, sagte er. Diese statische Ersatzkonstruktion besteht aus Holzbalken und Stahlträgern und wird die aus Ziegeln gemauerte Teufelsbrücke entlasten. Bis heute Nachmittag soll der Behelf fertig sein, so Lehmann. (Von Carsten Böttcher)