STÜCKEN - Die Dorfschmiede in Stücken ist unter Denkmalschutz gestellt worden. Die Eintragung in die Denkmalliste des Landes Brandenburg erfolgte bereits im August, ist aber erst jetzt bekannt geworden. Kunstschmied Michael Soika, der in dem Gebäude arbeitet, ist begeistert: „Die Aufnahme in die Denkmalliste bedeutet auch Zukunft für den Standort Stücken. Interessierte Jugendliche und Touristen, die sich für das alte Handwerk interessieren, haben nun einen Anlaufpunkt.“
Die Schmiede liegt an der Stückener Ausfallstraße in Richtung Zauchwitz. Sie wurde bereits im Jahr 1772 erstmals erwähnt. Das heutige Gehöft geht wohl auf die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück. Als Entstehungsjahr der Schmiede ist laut Landesdenkmalamt das Jahr 1886 überliefert. In dieser Zeit seien Werkstatt und Wirtschaftsgebäude gebaut worden. Die Schmiede war bis in die 1970er Jahre hinein in Betrieb, 1987 übernahm Michael Soika die Regie.
Das Stückener Schmiedegehöft sei „ein gut erhaltenes Beispiel einer großen Dorfschmiede, zu der auch eine Stellmacherei gehörte“, so das Landesdenkmalamt. Sie habe bau- und technikgeschichtliche sowie volkskundliche Bedeutung. Durch die in seltener Vollständigkeit bewahrte Einrichtung seien alle Arbeitsgänge des Schmieds anhand historischer Geräte und Werkzeuge, vor allem die zur Formgebung, bis heute erlebbar.
Michael Soika klagt allerdings darüber, dass die Gebäude in einem schlechten Zustand sind. Nun besteht die berechtigte Hoffnung, das die Schmiede baulich erhalten wird, eventuell fließen sogar Fördergelder. „Wer alte Erfahrungen bewahrt und daraus lernt, wird die Zukunft gestalten können“, so Soika. (MAZ)