POTSDAM - Brandenburgs Polizei hat eine positive Bilanz der Testphase für die automatische Kennzeichenfahndung gezogen. Seit 2007 sei bei 332 Anlässen die entsprechende Befugnis genutzt worden, teilte das Innenministerium in Potsdam gestern mit. In 31 Fällen sei es um die Abwehr konkreter Gefahren gegangen, in 301 Fällen damit die Fahndung nach Straftätern unterstützt worden. Drei mobile und zwei stationäre Fahndungssysteme seien genutzt worden.
Als Beispiel nannte der Inspekteur der Landespolizei, Jürgen Jakobs, mehrere Einsätze bei Veranstaltungen von Rockerclubs. Dabei konnte die Anreise gewaltbereiter Mitglieder rivalisierender Vereine verhindert werden. Gefährliche Gegenstände seien rechtzeitig beschlagnahmt worden. Anfang September sei es zudem gelungen, nach einem zuvor in Nordrhein-Westfalen verübten bewaffneten Banküberfall auf der Autobahn die beiden Täterfahrzeuge zu stoppen. Drei osteuropäische Täter konnten festgenommen werden. Das System soll ab 2010 den Polizeibehörden übertragen werden.
Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) bezeichnete die automatische Kennzeichenfahndung mit Blick auf die Brandenburger Erfahrungen als „ein unverzichtbares Plus für den Einsatz zur Gefahrenabwehr und zur Verfolgung sowie Festnahme von Straftätern“. Er warnte davor, diese und andere notwendigen Arbeitsgrundlagen der Polizei beim Dienst für die Sicherheit der Bürger in Frage zu stellen. „Wer hier abrüsten will, der gibt ein Stück Sicherheit auf und spielt so letztlich den Tätern in die Hände“, erklärte Schönbohm. (MAZ/dpa)
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