NEURUPPIN - Die Polizei hat gestern in mehreren Bundesländern Wohnungen von Mitgliedern der rechtsextremistischen Gruppierung „Weiße Wölfe Terrorcrew“ durchsucht. Die Hamburger Staatsanwaltschaft wirft den insgesamt 23 Verdächtigen Verstöße gegen das Uniformverbot vor: Sie sollen T-Shirts mit Symbolen des rechtsextremistischen Netzwerks „Blood & Honour“ getragen haben. Dieses ist in Deutschland verboten. Die Beschuldigten sind zwischen 20 und 33 Jahre alt.
Durchsucht wurden gestern früh auch die Wohnungen von Sandy L. und Reiko G. in Wittstock. Die Beamten aus Hamburg wurden von sieben Spezialisten aus dem Polizeischutzbereich Neuruppin unterstützt – Mitarbeitern des Staatsschutzes, der Kriminaltechnik und des Kommissariats Schwere Kriminalität. Das Wittstocker Ordnungs- und Jugendamt war ebenfalls in die Razzia einbezogen. Die Ermittler trafen Sandy L. und Reiko G. jedoch nicht an. „Es konnte aber Beweismaterial sichergestellt werden“, sagte Andreas Schöpflin, Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA) Hamburg. Dazu gehören CDs, Computer, T-Shirts und schriftliche Unterlagen. „Das wird jetzt ausgewertet“, so Schöpflin.
Sandy L. und Reiko G. sind der Staatsanwaltschaft Neuruppin als Anhänger der rechtsextremen Szene bekannt. Ob sie bereits vorbestraft sind, wusste ein Sprecher der Behörde nicht zu sagen.
Insgesamt wurden gestern früh 13 Wohnungen in Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Berlin und Brandenburg durchsucht. Federführend bei den Ermittlungen sind die Staatsanwaltschaft Hamburg und die Staatsschutzabteilung des Hamburger Landeskriminalamtes. Laut den Ermittlern tragen die Mitglieder der rechtsextremen Gruppe schwarze T-Shirts mit dem Aufdruck „Weiße Wölfe Terrorcrew“ sowie einen Schlagring. Auf der Rückseite des T-Shirts stehen das Wort „Unbelehrbar“ in blutroter Farbe sowie der Spitzname des jeweiligen Trägers. Darunter das Kürzel „C 18“. Dieses verweist auf „Combat 18“, den gewaltbereiten Arm des weltweit tätigen rechtsextremen Netzwerks „Blood & Honour“. Dieses organisiert auch Konzerte von rechtsextremen Bands. Der deutsche Ableger von „Blood & Honour“ wurde vor neun Jahren vom Bundesinnenministerium verboten. (Von Andreas Vogel)