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04.11.2009

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ENERGIE: EOP-Vorstandschef wirft das Handtuch

Biodieselhersteller macht hohe Verluste

PRITZWALK - Die EOP Biodiesel AG in Pritzwalk (Prignitz) hat seit gestern mit Heinz-Dieter Sluma einen neuen Vorstandsvorsitzenden. Sven Schön, bisheriger Vorstandschef und Gründer der EOP, hatte zuvor seinen Rücktritt erklärt.

In den vergangenen Monaten hatte der Biodieselhersteller stetig rote Zahlen geschrieben: Die letzten Quartalszahlen wiesen für das Geschäftsjahr 2008/2009 bereits ein Minus von 13 Millionen Euro aus. Zum einen ist die Ertragslage wegen fallender Preise für Biodiesel an den Zapfsäulen und dem weiteren Abbau der Steuervorteile für den biogenen Kraftstoff schlecht. Für den Jahresabschluss rechnet EOP zudem mit einem erheblichen Fehlbetrag, der nicht durch Eigenkapital gedeckt ist. Entstanden sei dieser, so heißt es seitens der Aktiengesellschaft, in erster Linie „durch Wertberichtigungen in voraussichtlich einstelliger Millionenhöhe“ im Auslandsgeschäft bei der 61,5-Prozent-Beteiligung an der österreichischen ABID Biotreibstoffe AG. Der Kurs der EOP-Aktie brach zeitweise um mehr als 30 Prozent ein.

Schöns Nachfolger Sluma gilt als Restrukturierer und Stratege für Firmen in schwierigen Marktumfeldern. Allerdings hat er in seinem letzten Managerjob Schiffbruch erlitten. Beim Frankiermaschinenhersteller Francotyp Postalia in Birkenwerder (Oberhavel) war Sluma im Februar nach wenigen Monaten fristlos entlassen worden. Man wirft ihm dort unter anderem vor, ohne Abstimmung mit dem Aufsichtsrat hochdotierte Beraterverträge abgeschlossen zu haben.

Bei EOP will Sluma aufräumen. „Wir werden in enger Abstimmung mit den Banken Transparenz in die Geschäftsprozesse bringen und Altlasten beseitigen“, sagte er. Die Aktionäre sollen demnächst bei einer außerordentlichen Hauptversammlung über die Lage informiert werden. (Von Claudia Bihler und Martin Usbeck)


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