POTSDAM / FAHRLAND - In Potsdams Norden formiert sich möglicherweise eine neue rechte Gruppierung. Das behauptet zumindest die linksalternative Internetplattform Inforiot. Die Rede ist von zehn Personen, die unter dem Namen „Alternative Jugend Potsdam“ auftreten. Inforiot untersucht den Internetauftritt der rechten Jugend. Darauf sind mehrere so genannte Aktionsberichte zu lesen – insgesamt 16. Darin berichten die Rechten unter anderem über eine Plakataktion in der KZ-Gedenkstätte Auschwitz für den mehrfach wegen Volksverhetzung und Holocaustleugnung verurteilten Rechtsanwalt Horst Mahler. Auch eine „Gedenkaktion“ für Rudolf Hess ist vermerkt, von dem die „Alternative Jugend Potsdam“ behauptet, er sei ermordet worden.
An ihrer Gesinnung lassen die Betreiber der Homepage keinen Zweifel. Unter dem Punkt Weltanschauung entwerfen sie einen „nationalen Sozialismus“ und lehnen „unnatürliche Lebensformen wie Demokratie und Kommunismus“ ab. Die Bundesrepublik bezeichnen sie als „provisorischen Staat“.
Die Linksalternativen wollen festgestellt haben, dass die rechten Atkivitäten in Potsdams Norden zunehmen. Der Jugendclub Treffpunkt Fahrland sei früher und heute Rückzugsraum für Neonazis gewesen, wird behauptet. Dessen Geschäftsführer Thomas Liebe wollte sich dazu gestern am Telefon allerdings nicht äußern.
Auf ihrer Homepage berichtet die „Alternative Jugend Potsdam“ von einer Graffiti-Aktion im Ortsteil Krampnitz. Über die Cache-Funktion der Suchmaschine Google findet man auf der Homepage immer noch den Hinweis, dass die „Alternative Jugend Potsdam“ ursprünglich aus dem Norden der Landeshauptstadt stammt. Der eigentliche Text-Zusatz muss aber später gelöscht worden sein. (Von Christoph Seyfert)