In Potsdam läuft der Impfplan gegen die Neue Grippe („Schweinegrippe“) auf „Hochtouren“, aber „planmäßig und ohne Druck“. Das hat die städtische Gesundheitsbeigeordnete Elona Müller (parteilos) gestern mitgeteilt. „Um es eindeutig zu sagen: Es gibt überhaupt keinen Grund zur Panik. Egal, was man von irgendwo anders hört“, so Müller. Amtsärztin Karola Linke bestätigte das. „Die Entwicklung der Infektionen verläuft recht ruhig, die Krankheitsverläufe sind mild“, so Linke. Seit dem 27. Juli habe es 32 Erkrankte gegeben, die eindeutig bestätigt wurden. Davon sei ein Fall in der vergangenen Woche aufgetreten, zwei weitere gab es in der Woche davor.
Die Verwaltung hat eine spezielle Hotline im Gesundheitsamt geschaltet. Unter 0331/289 24 00 können sich die Bürger montags, mittwochs und donnerstags von 8 bis 16 Uhr, dienstags von 8 bis 18 Uhr sowie freitags von 8 bis 13 Uhr über die Krankheit informieren. „Dies tun wir nicht etwa, weil die Lage so dramatisch wäre, sondern weil, auch durch die Medien, das Informationsbedürfnis der Bürger spürbar gewachsen ist“, sagte Müller. Über die künftigen Impfärzte informieren auch die Kassenärztliche Vereinigung ( 01805/582 24 31;www.kvbb.
de) sowie das kommunale Internet (www.potsdam.de/pandemie).
Ab Montag können sich die chronisch Kranken als Risikogruppe im Klinikum „Ernst von Bergmann“, in der Poliklinik sowie im Gesundheitsamt impfen lassen. „Allerdings werden besorgte Bürger, die sich sofort impfen lassen wollen, nicht zurückgewiesen“, so Müller. Ab 16. November seien die „Normalversicherten“ an der Reihe – in Kliniken, Arztpraxen und im Gesundheitsamt.
Begonnen hat die Impfung der „Schlüsselfunktionsträger“ wie Polizisten, Feuerwehrleute und Gesundheitspersonal. Von 1500 Betroffenen sind 666 geimpft. Informationen des Landes, wonach der Impfstoff für flächendeckende Einsätze unter der Bevölkerung erst im Dezember verfügbar sei, konnte Müller für Potsdam nicht bestätigen. Im Fall neuer Erkenntnisse verwies die Beigeordnete auf die neue Hotline. (svr)