Der Trend geht zum Neubau einer Sportschwimmhalle mit „Spaßbadelementen“ neben der Biosphäre. Das ist – mit aller Vorsicht – die Quintessenz aus dem, was Oberbürgermeister Jann Jakobs und Stadtwerkechef Peter Paffhausen gestern Abend als Ergebnis des Workshops mit Stadtpolitikern und Experten für Freizeitbäder vorstellten.
Tatsächlich entschieden ist nur eines: Das ehemalige Tram-Depot an der Heinrich-Mann-Allee ist als Bauplatz aus dem Rennen. Zu teuer und städtebaulich unwirksam, so die Begründung. Damit verringert sich die Zahl der betrachteten Varianten von 14 auf elf. Paffhausen, dessen Tochterunternehmen „Bäderlandschaften“ das Bad betreiben soll, ist mit dem Ergebnis des Workshops unzufrieden. „Eigentlich hätten wir hier rausgehen müssen und wissen, wo wir was bauen“, grummelte er. Jakobs will diese Entscheidung nun „vor Weihnachten“ haben.
Dass der Oberbürgermeister die Pläne für ein Freizeitbad nach dem Entwurf des Brasilianers Oscar Niemeyer als „nicht realisierbar“ verwarf, besserte Paffhausens Laune nicht. Der Stadtwerkechef verwies darauf, dass die fertige Niemeyer-Planung mindestens ein Jahr Zeitgewinn bringen würden. Bei jeder anderen Variante sei wieder mit Vergabeklagen unterlegener Bieter zu rechnen. Schon jetzt sei daher klar, dass mit dem Ende der Sondernutzungsgenehmigung für die Brauhausberghalle Ende 2011 noch kein Neubau stehen werde, sagte Jakobs. Er kündigte an, beim Chef der Bauaufsicht, Markus Beck, eine letzte Fristverlängerung zu beantragen. „Beck ist unser Gummiband“, sagte Paffhausen mit Blick auf den Zeitplan. Für die Planung brauche man mindestens ein Jahr, für den Bau zwei weitere. Die Sportvereine forderten im Workshop, es dürfe keine Nutzungspause geben.
Paffhausen erklärte, worauf es hinauslaufen könnte: eine Sportschwimmhalle, eventuell mit zehn statt acht 50-Meter-Bahnen und mit jenen Elementen eines Freizeitbades, die Geld einspielen: Wellness und Sauna. Spaßbad ohne Spaß also, denn Rutschen und Wellenbecken wären nicht dabei.
Linken-Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg kündigte gegenüber der MAZ an, er werde eine repräsentative Bürgerbefragung beantragen, falls das Bad nicht am Brauhausberg bleibt. Jakobs will in einen Bau an der Biosphäre zwölf Millionen Euro Grundstückserlös vom Brauhausberg stecken. Das reine Sportbad würde dann nur noch 100 000 Euro kosten. (Von Volkmar Klein)