BERLIN - Große Bühne für 13 Schüler der Oranienburger Torhorstschule: Zum 20. Jahrestag des Mauerfalls durchschritten sie gestern mit US-Außenministerin Hillary Clinton das Brandenburger Tor und zeigten ihr einen Stein, den sie für die amerikanische Botschaft bemalt hatten. Umringt von Reportern und Kamerateams erklärte ihr der 18-jährige Tobias Junger die Symbolik des Gemalten: ein Trabi, der die Mauer durchbricht, darüber ein Regenbogen und die Friedenstaube. Wegweiser ins Licht und in die Freiheit. Vorne im Bild stehen ein paar Koffer: Zeichen für einen Neubeginn und die Sehnsucht, die Mauer hinter sich zu lassen.
Clinton war sichtlich angetan von dem Styropor-Kunstwerk und lobte die Idee mit den tausend Dominosteinen, die entlang der ehemaligen Mauer aufgestellt und beim abendlichen „Fest der Freiheit“ umgekippt wurden. „Sehr nett und sympathisch“, sei sie gewesen, sagte Tobias Junger, „eine ganz nette Person“, fand Mitschülerin Mona. Ein anderer fand es bemerkenswert, dass die Amerikanerin mehrmals sagte, es sei eine Ehre für sie, die Schüler zu treffen.
Zwar haben die 18- bis 19-jährigen Schüler jenen Tag vor 20 Jahren, der die Welt veränderte, nicht selbst erlebt. Geschichten verbinden sie damit dennoch.
Janina Kraft zum Beispiel weiß, dass ihre Eltern an jenem Abend aus Westberlin zur Bernauer Straße fuhren und jubelnde Leute in ihr Auto packten. Kevin Geier verbindet mit der untergegangenen DDR vor allem den Geruch des Trabis seiner Eltern und hält es für bemerkenswert, dass die Revolution ohne Blutvergießen ablief. Und Franziska Tralau verbindet mit dem Mauerfall vor allem Freiheit. „Es war ein Schritt in die Zukunft, in ein besseres Deutschland“, sagt sie. (Von Sebastian Meyer)