POTSDAM - Noch deutlich im Zeichen der Wirtschaftskrise steht die Messe Productronica in München, die heute endet. Die weltgrößte Branchen-Fachmesse für Elektronikfertigung muss in diesem Jahr einen spürbaren Rückgang an Ausstellern und Besuchern verkraften. Waren es beim vergangenen Mal 2007 noch 1500 internationale Aussteller, so sind es in diesem Jahr nur 1150 – davon neun aus Brandenburg. Nur sieben statt bisher zehn Hallen auf dem Münchner Messegelände sind belegt.
„Es ist bedauerlich, dass so große Ausstellerländer wie China und die USA in diesem Jahr komplett fehlen“, sagt Ralf Peter Lautenschläger, Geschäftsführer des Unternehmens Mikroskop Technik aus Rathenow (Havelland). Die Firma stellt vor allem Spezialmikroskope für Qualitätskontrollen in der Mikroelektronik her, die zum Beispiel bei Autozulieferern oder in der Solarindustrie angewandt werden. Positiv überrascht ist dagegen Thomas Oppert, Vertriebsleiter der Pac Tech GmbH aus Nauen (Havelland). „Wir sind mit gemischten Gefühlen gekommen, aber die Messe läuft unerwartet gut“, sagt er. Pac Tech stellt drei neue Maschinen aus, die Bauteile der Mikroelektronik mit hauchdünnen Kontakten verbinden. Auch wenn es in diesem Jahr ruhiger sei, habe man gute Gespräche führen können, sagt Oppert.
Angesichts der gedämpften Erwartungen sei der Messeverlauf positiv, sagt auch Jens Ullmann, Außenhandelsexperte der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam. Besonders die Autozulieferer hätten einen massiven Einbruch der Auftragseingänge zu verkraften gehabt. „Aber seit einigen Monaten zeigt die Kurve bei vielen Unternehmen wieder nach oben“, meint Ullmann. Auf dem von der IHK Potsdam organisierten Gemeinschaftsstand sind sieben Aussteller vertreten. Zum ersten Mal dabei sind die Potsdamer Firma SMT Sander, die vor allem Dosieranlagen vertreibt, und die Hermann Römmler Kunststofftechnik aus Rehfelde (Märkisch-Oderland). (net)