POTSDAM / SCHLAATZ - 38 Menschen beteiligten sich am Sonnabend an einer Demonstration für den Erhalt des Imbissstandes am Bisamkiez. Die offensichtliche Stammkundschaft zog mit Transparenten und Sprechchören wie „Wir kämpfen weiter“ vom Standort des Kioskes zum Magnus-Zeller-Platz und zurück. Die Plakate trugen Aufschriften wie „Wir haben sonst nichts zu lachen, jetzt wollt ihr uns den sozialen Treffpunkt zumachen“ und „Die Stadt wollte uns helfen. Wo bleibt die Hilfe?“. Ein Kamera-Team des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF) begleitete den Protest. Gesichert wurde der Zug von vier Polizeibeamten. Nach der etwa anderthalbstündigen Aktion resümierte der Einsatzleiter, Polizeioberkommissar Karsten Blöss: „Es war eine äußerst ruhige Veranstaltung, absolut unproblematisch.“
Bereits vor 18 Monaten hatte die Stadtverwaltung den Kiosk-Betreibern Gritt Moser und Saban Yilmaz den Pachtvertrag gekündigt. Seitdem streiten beide Parteien um den Verbleib der Bude. Ende Oktober war zusätzlich eine Sondernutzungserlaubnis erloschen, die den Inhabern weiterhin gestattet hatte, auf dem Areal, einer städtischen Grünfläche, Speisen und Getränke zu verkaufen. Mit Hinweis auf Beschwerden der Nachbarn wegen des unerlaubten Verkaufs von Alkohol und den potenziellen Schaden, den Rasenflächen durch Kioske nehmen würden, will die Stadt in Zukunft keine Buden mehr auf ihren Grünflächen erlauben.
Moser und Yilmaz wichen trotz der fehlenden Erlaubnis nicht. Sie fühlen sich von der Stadt im Stich gelassen. „Vor der Wahl wurden uns Versprechungen gemacht. Als wir nach der Wahl endlich einen Ansprechpartner hatten, konnte der nur feststellen, dass er uns nicht mehr helfen kann“, sagte Moser. Ihr Lebensgefährte und sie wollen weiter protestieren. „Ich will dem Oberbürgermeister persönlich unsere Liste geben“, sagte Mose, die nach eigenen Angaben mehr als 700 Unterschriften gesammelt hat. „Ich hoffe, dass ich dieses Mal vorgelassen werde.“ Auch eine Demonstration vor dem Stadthaus sei geplant. Trotz des medialen Echos um das drohende Kiosk-Ende habe sich kein Vertreter der Stadt bei ihnen gemeldet, so Moser. (Von Sebastian Scholze)