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16.11.2009

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Weder links, noch konservativ

Verein Überkonfessionell, überparteilich: Ein neues Bündnis will überall mitmischen

POTSDAM / INNENSTADT -  Man gab sich betont locker. Und das wirkte dann etwas verkrampft. Die Mitglieder des neuen Vereins „Wir Potsdamer“ e.V. feierten am Freitagabend im Palmenzelt El Puerto an der Langen Brücke eine Gründungsparty – und vergaßen dabei fast, sich vorzustellen.

Rund 40 Neugierige waren gekommen, angelockt vom Motto des Vereins: „Wir setzen uns für Potsdam ein.“ Statt der gewünschten Informationen perlte jedoch gefällige Lounge-Musik aus dem Lautsprecher. Als dann doch einmal die Ziele von „Wir Potsdamer“ erläutert wurden, war kein Mikrophon zur Hand. Enttäuscht gingen einige daraufhin nach Hause.

Aber die Vorstandsmitglieder nahmen sich die Zeit, den Gästen die Ziele des Vereins persönlich zu erklären: Potsdam kann es besser, lautete die Botschaft. Der Verein sei überparteilich und überkonfessionell, sagte Jens Erdmann aus dem Vereinsvorstand. Mit Gründungsmitglied Marcel Yon (FDP) ist aber zumindest ein Vertreter der Parteien mit an Bord. Auch Steeven Breetz (CDU) war auf der Gründungsparty. Bei politischen Themen agiere man trotzdem „total pragmatisch“, arbeite etwa mit der CDU oder der Linken zusammen, je nach Anliegen. Das Selbstverständnis des Vereins: Sprachrohr für alle zu sein, die etwas bewegen wollen. „Wir sind weder links noch konservativ, wir sind Potsdamer“, sagte Erdmann. Die Themenpalette, an der der Verein sich abarbeiten möchte, reicht von den ganz kleinen Dingen bis hin zur großen Politik. Projektgruppen zu jedem Anliegen würden gebildet. Darin formulieren die Mitglieder Ziele, für deren Umsetzung sich der Verein dann einsetze. Auch Fachleute wolle man hinzuziehen. Themenvorschläge kämen von den Mitgliedern. Warten auf das, was aus dem Rathaus kommt, wolle man nicht.

Wie genau das alles aussehen wird, wisse man noch nicht, so Erdmann. „Es ist heute noch nicht abzusehen, wo der Verein einmal hingehen wird.“ Allerdings wurde die Latte von den Vorstandsmitgliedern schon mal sehr hoch gelegt: Vergleiche mit dem Neuen Forum machten die Runde. „Wir Potsdamer“ sei eine Sammelbewegung, die alles im Auge haben wolle, so Erdmann.

Eine Schlüsselrolle kommt dem Internet zu. Auf der eigenen Homepage veröffentlichen die Verantwortlichen alles, was für den Verein wichtig ist. Hier kann der Interessierte auch Mitglied werden – ohne Beitrag zahlen zu müssen. Mitmachen kann jeder. Nach Auskunft von Erdmann hat der Verein über hundert Mitglieder. Eine richtige Neugründung ist der Verein allerdings nicht: Bereits am 6. Mai gab es die erste Sitzung.

www.wir-potsdamer.de (Von Christoph Seyfert)


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