JÜTERBOG - Mit Blumen wurde gestern Christine Kuhlmann überhäuft. Es war ihr letzter Tag im Schüler-Café der Allgemeinen Förderschule in Jüterbog. Schüler und Schulleitung bedankten sich fast überschwänglich. „Ich war doch nur ein halbes Jahr hier und hab’ auch nur meine Arbeit gemacht“, sagte die fast 60-Jährige.
Das Café der Jüterboger Pestalozzischule wird vom Verein Jaguar betrieben. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, lernbehinderte Jugendliche zu unterstützen. Der Einsatz der Arbeitskräfte im Café erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Verein Pro Beschäftigung und Integration Brandenburg (BIB). Der brachte vor einem halben Jahr auch Christine Kuhlmann in diese Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. Und obwohl es ihre letzte offizielle Arbeitsstelle war – ab Januar 2010 bezieht sie Rente – legte sich Christine Kuhlmann noch einmal zusammen mit ihren beiden Mitarbeiterinnen und einigen Schülern richtig ins Zeug. Dabei ist das Kochen beziehungsweise Zubereiten von Snacks für 100 Kinder auch für sie ungewohnt gewesen.
Die Elektroingenieurin hat bis 1998 im Jüterboger Betrieb Landbau gearbeitet. Danach ging es von einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme in die andere. Großes Ansehen hat sie sich dabei vor allem im Verein Nachbarschaftsheim in Jüterbog erworben. Hier war sie erst als Gästebetreuerin im Seniorenklub, dann bei der Betreuung Demenzkranker tätig. Dass sie es auch mit den oft nicht einfach zu handhabenden Kindern kann, hat sie nun zum Schluss ihres Berufsleben bewiesen. Denn nicht nur ihre Koch- und Backkunst wurde gestern gepriesen, sondern vor allem ihr Einfühlungsvermögen und dass sie sich zusätzlich bei Projekten oder bei Festen der Schüler besonders engagierte. „Mir hat’s mit euch ganz einfach nur Spaß gemacht“, sagte sie gestern beim Abschied. (bu)