
Gemeinschaftsarbeit einer von Stefanie Schubert geleiteten Kindergruppe. Foto: MAZ/Bernd Gartenschläger
POTSDAM / BABELSBERG - Wenn heute Abend im Kulturhaus Babelsberg die Ausstellung: „Volljährig! – 18 Jahre Kunstschule Potsdam“ eröffnet wird, dann müsste das Ausrufezeichen hinter dem „Volljährig!“ mehrere hundert Meter hoch in den Nachthimmel ragen. Tatsächlich können die Danksagungen und Lobesbekundungen an diese Kreativschmiede gar nicht euphorisch genug sein angesichts der Leistungen, die es zu würdigen gilt.
Das Gründungstrio mit den Künstlern Monika Olias, Christa Panzner und Wilfried Statt hat vor 18 Jahren etwas angestoßen, dass in seinen Wirkungen gar nicht hoch genug einzuschätzen ist. 94 Ausstellungen im eigenen Haus und 101 an anderen Orten sind zu feiern, und wer jemals eine dieser Ausstellungen sah, weiß, dass etliche in der künstlerischen Qualität und alle in ihrer Lebendigkeit auch professionellen Maßstäben standhielten.
Das Geheimnis der hohen künstlerischen Qualität liegt natürlich in der Qualität der nunmehr zehn Künstler gegründet, die in 20 Kursen jedes denkbare Feld der Bildenden Kunst beackern.
In der von Thea Moritz geleiteten Einrichtung lernen die Kinder von so hervorragenden Profis wie dem Grafiker Peter Panzner, der Fotografin Heike Isenmann, der Keramikerin Birgit Krenkel, der Malerin Christa Panzner und dem Maler Bernd Krenkel, und auch die Mitgründerin Monika Olias ist immer noch dabei. Hinzu kamen in den diversen Projekten Künstler aus Dänemark, Polen, Litauen, Argentinien, Brasilien, Japan und Italien. Sie alle haben ihre gänzlich unterschiedlichen künstlerischen Ansätze weitergegeben, und ihre Schüler im Alter von fünf bis 86 Jahren haben sich als erstaunlich entwicklungsfähig erwiesen.
Zu erleben und bestaunen ist das natürlich auch in der laufenden Ausstellung, die schon im Treppenhaus mit Plakatentwürfen von Marleen Menke und Hanna Lachmann glänzt, die eines Profis würdig wären. Oben angekommen begrüßt eine plastische Gemeinschaftsarbeit von sieben Nachwuchskreativen nicht nur verspielt die Besucher, sondern belegt auch die dankbare Bewunderung und Liebe, die die Kleinen ihren großen Künstlern entgegenbringen. Bravo auch für das Riesencomic, das ein Quartett von Sechs- bis Neunjährigen unter Isenmanns Anleitung aufs Papier zauberte, und großen Beifall für den genialen Zeichenstrich des fünfjährigen Philip Senger, dessen hinweisschildgroße Signatur für sein gewachsenes Selbstbewusstsein spricht.
Bei Frieda Buschs farbstarkem Porträt auf chromgelbem Untergrund spürt man nicht nur die selbstversunkene Hingabe einer Siebenjährigen, sondern erahnt eine kommende Konkurrentin ihrer expressiven Vorturnerin Christa Panzner. Einen unglaublichen Farbrausch hat die erst zehn Jahre alte Liv Rönfeldt produziert, und es dürfte nicht verwundern, wenn der hiesige Theaterintendant die Kleine beauftragen würde, mal richtig werbewirksame Plakate für sein Haus zu entwerfen. (Von Lothar Krone)
Vernissage im Saal des Kulturhauses Babelsberg, Karl-Liebknecht-Straße 135, heute um 18 Uhr; Ausstellung bis 20. Februar, Mo.-Fr. 9-20 Uhr.